Steinhaufen am Hjálparfoss beseitigt

Isländische Nationalparkwächter räumen ständig Steinhaufen weg, die Touristen in der Natur gebaut haben. Dieses ewige Problem existiert nicht erst seit gestern. Aber jeden Tag entdecken die Ranger neue Steinhaufen etwa im Nationalpark Vatnajökull.

Sie stören das natürliche Aussehen der Landschaft. Es sei daher wichtig, die Leute darüber aufzuklären.

Im Volksmund heissen die Steinhaufen “Touristenwarzen”. Helga Árnadóttir, eine Rangerin im südlichen Teil des Nationalparks Vatnajökull, sagt, man könne mit Fug und Recht sagen, dass es sich um eine Plage handle. Das Problem sei nicht neu, und es gebe keinen Grund für Touristen, Steine auf einen Haufen zu türmen.

Die Leute schienen automatisch Steinhaufen zu bauen, sobald sie Steine auf ihrem Weg fänden. Und es bestehe immer die Gefahr, dass dort, wo ein Steinhaufen stehe, weitere dazukämen.

Die Ranger im Nationalpark arbeiten hart daran, die ganzen Steinhaufen wieder auseinander zu nehmen, da sie nicht Teil der Landschaft seien, die Touristen sehen wollen, schon gar nicht in geschützten Gebieten.

Durch das Aufeinandersetzen von Steinen hinterlassen Touristen ihre Fussspuren in der Natur. In Naturschutzgebieten ist es sogar verboten, die Landschaft in jeglicher Form zu verändern. Hinzu kommt, dass das Auflesen von Steinen nackte Stellen im Boden hinterlässt.

In vergangenen Zeiten dienten Steinhaufen als Wegweiser für Reisende, heute sind diese Haufen Schätze der Volkskultur. In vielen Regionen dienen sie immer noch als Wegweiser im Hochland, etwa für die Reiter beim Schafsabtrieb. Künstlich aufgestellte Steinhaufen können einen vor allem bei schlechtem Wetter in die Irre führen.

Die isländische Umweltagentur berichtete heute auf ihrer Facebookseite von der Beseitigung eines riesigen Steinhaufens. Rangerin Helena, die im Þjórsárdalur unterwegs ist, zerlegte am Wasserfall Hjálparfoss einen Haufen, der aus 3219 Steinen bestand. Helena brauchte eine Stunde und 18 Minuten, um das Bauwerk zu beseitigen. Das Foto zeigt Helena mit ihrem letzten Stein. Damit sind die Hänge an dem beliebten Wasserfall wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt worden.

Lasst uns das Land gemeinsam verteidigen. Lasst uns keine unnötigen Steinhaufen bauen, und lasst uns andere nicht dazu ermuntern,” heisst es in dem Status der Behörde.

Wir bitten alle Touristen, die Natur zu respektieren und sie so zu belassen wie sie vorgefunden wird. Hier finden Sie den Eid des Islandtouristen.

Gletscherlauf am Mýrdalsjökull im Anmarsch

Messungen am Mýrdalsjökull in Südisland geben Hinweise darauf, dass es in den kommenden Tagen oder Wochen zu einem Gletscherlauf am Múlakvísl kommen kann, berichtet RÚV. In einem Facebookbeitrag des Zivilschutzes Almannavarnir heisst es, man rechne nicht mit einem grossen Gletscherlauf, doch könne er grösser ausfallen als jene in den vergangenen acht Jahren. Es sei nicht nötig, besondere Absperrungen vorzunehmen, die Lage werden jedoch überwacht.

Den Messungen des geologischen Institutes der Universität Islands zufolge hat sich genügend Wasser unter dem Erdwärmekrater im östlichen Teil der Mýrdalsjökulls angesammelt, um einen Gletscherlauf zu verursachen, der grösser ausfallen kann als in den letzten Jahren.

Die Spitzendurchflussmenge der Flutmenge könnte etwas mehr als in 2017 werden, aber sicher weniger als im Jahr 2011,” heisst es in dem Beitrag des Zivilschutzes. Der Gletscherlauf im Jahr 2011 riss eine Brücke auf der Ringstrasse mit sich.

Die Tourismusbranche rund um den Gletscher ist von der Lage unterrichtet worden, man prüft derzeit Massnahmen, sollte es zur Flut kommen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass dem Gletscherlauf Vorboten vorausgehen.

In den kommenden Tagen sollen zusätzliche GPS-Sender an einem der Krater aufgestellt werden, um eine noch längere Vorwarnzeit zu erhalten. Bislang war es nur möglich gewesen, die seismische Unruhe zu verfolgen, während der Gletscherlauf bereits begonnen und das Wasser sich unter dem Eis Bahn gebrochen hatte.

Für Reisende, die im Süden unterwegs sind, besteht derzeit keine Gefahr, man befindet sich jedoch zeitlich auf der sicheren Seite, wenn man für die Fahrt zum Flughafen etwas Reserve einplant. Beim letzten grossen Gletscherlauf standen viele Touristen auf dem Weg zum Flughafen mit ihren Mietwagen vor den Fluten. Einige wählten den Ausweg, über den Norden nach Reykjavík zu fahren, andere liessen den Mietwagen stehen und wurden mit einem Spezialbus durch den reissenden Fluss gefahren. Auf vielen Streckenabschnitten gibt es für die Ringstrasse keine Umleitung.