Grindavík setzt auf Blitzer gegen Unfälle

Am Grindavíkurvegur, der Verbindungsstrasse zwischen dem Küstenort Grindavík und Reykjavík, werden in diesem Sommer sogenannte “Blitzer” erprobt, die nicht die Höchstgeschwindigkeit, sondern die Durchschnittsgeschwindigkeit der vorbeifahrenden Autos erfassen, berichtet Vísir.

Der Bürgermeister von Grindavík hegt grosse Hoffnungen, dass diese Blitzer das Fahrtempo in den Ort hinein verringern.

Auf dem Grindavíkurvegur entlang der Blauen Lagune hat es in der Vergangenheit immer wieder schwere und auch tödliche Verkehrsunfälle gegeben. Die Strasse war in zwei Abschnitten ausgebessert worden, ein drittes Strassenbauprojekt mit Überholspur ist derzeit ausgeschrieben.

Im Herbst soll dann in der Strassenmitte noch ein Begrenzungszaun errichtet werden, der die schlimmsten Unfälle, Auffahrunfälle, verhindern soll.

Bislang sind Fahrzeuge schon in den seitlichen Begrenzungszäunen gelandet, sagt Bürgermeister Fannar Jónasson. Zu beiden Seiten der Strasse befindet sich scharfkantige Lava.

Das kann durchaus schwerwiegende Unfälle verhindert haben,” sagt Fannar. “Diese Strasse ist sehr gefährlich gewesen. Gemeinde und Einwohner haben sehr auf Reparaturen gedrängt. Zum Glück wird der Verkehr in diesem Herbst nun viel sicherer und die gefährlichsten Unfälle werden hoffentlich der Vergangenheit angehören.”

Die Geschwindigkeitskontrollsäulen vor dem Ortseingang nach Grindavík sollen in diesem Sommer erprobt und zum Sommerende dann in Betrieb genommen werden.

Der Jurtenkrieg in Strandir

Ein bemerkenswerter Kleinkrieg trägt sich dieser Tage in der abgelegenen Region Strandir in den Westfjorden zu.

Dort entsteht in der Gemarkung Seljanes, die sich im Besitz von sieben Landeigentümern befindet, eine 30 Quadratmeter grosse Jurte, in der in diesem Sommer Veranstaltungen und Kurse rund um die isländische Volkskultur stattfinden sollen. Im Herbst soll die Jurte dann wieder abgebaut werden.

Initiatorin und Veranstalterin ist Elin Agla Briem, eine alleinerziehende, besitzlose Mutter in Saisonarbeit, wie Stundin schreibt, und Volkskulturbäuerin, die für das Sommerprojekt Fördergelder unter anderem von der Initiative Brotthættir byggðar (Zerbrechliche Siedlungen) erhalten hat.

Elin hatte die Erlaubnis für den Bau der Jurte auf einem Holzrahmen von all jenen Landeigentümern eingeholt, die vor Ort leben. Die Jurte hinterlässt so gut wie keine Spuren der Bautätigkeit.

Ich habe alles gegeben, um das Material zu kaufen und das Projekt auf den Weg zu bringen,” sagt sie. Das Zelt soll den Betrieb der Volkskulturwirtschaft und eine Volkskulturschule beherbergen, sowie das Leben an sich pflegen. “Das ist seit vielen Jahren mein Traum gewesen, in Árneshreppur solch ein Zelt zu errichten,” erklärt Elin.

Einer jedoch ist gegen das Zelt, und macht der Volkskulturbäuerin nun die Hölle heiss. Der in Reykjavík ansässige pensionierte Kellner Gísli Baldur Jónsson ist nämlich einer der sieben Landeigentümer der Gemarkung Seljanes zwischen dem Ófeigsfjörður und dem Ingólfsfjörður in Strandir, und er hat mit Jurten und Volkskultur absolut nichts am Hut, stattdessen hat er Elin Agla in einem Brief mit Massnahmen gedroht, die sie “Millionen” kosten würden. Überdies sei sein Land in Seljanes von jeglichem Müll wie kaputten Autos, Maschinen und Schrott der Bewohner von Dranga zu reinigen.

Der Brief war auch an die Bezirksleitung, den Bauausschuss und den Bauamtsvertreter gegangen. In einem weiterem Brief drohte er Elin Agla mit ernsten rechtlichen Schritten und einem Abrisstrupp.

Jurtengegner Gísli Baldur hat sich den Schrieb an die Behörden von der Tochter von Pétur Guðmundsson im Ófeigsfjörður und deren Ehemann bezeugen lassen. Jener Pétur Guðmundsson hatte es im vergangenen Jahr in die Medien geschafft, nachdem er die Wasserrechte auf seinem Land an die Betreiber des umstrittenen Wasserkraftwerks Hvalárvirkjun verkauft hatte.

Gísli Baldur zufolge sei die Hälfte der Landeigentümer gegen die Jurte.

Elin Agla kann jedoch die Erlaubnis von Sveinn Kristjánsson stellvertretend für alle Landeigentümer der Gemarkung vorweisen.

Die eine Hälfte der Landbesitzer (die Leute von Dranga) will zudem das Gebiet nördlich und westlich der Drangaskörð unter Naturschutz stellen, damit dem Kraftwerksbau ein Riegel vorgeschoben wird. Die andere Hälfte unterstützt den Kraftwerksbau – auch der 81-jährige Reykjavíker Gísli Baldur, dessen Grossvater in der Region geboren wurde und dessen Vater als Kind die Sommer dort verbrachte. Er selber, Gísli, sei “immer hin und wieder” vor Ort.

Mit dem Kraftwerksbau und den dazugehörigen Trassenbauarbeiten habe er kein Problem. Nördlich und westlich von Seljanes müssen die Wege in den Ingólfsfjörður verbreitert und aufgeschüttet werden, damit die Bagger sich ihren Weg in eine Region bahnen können, wo zur Zeit niemand ganzjährig lebt.

Er sei vor 40 Jahren dahin gefahren und habe sich das [Kraftwerksgebiet] angeschaut, sagt Gísli. Er habe keine Sorge, dass Wasserfälle zerstört werden und verschwinden, wie es im Umweltgutachten angemerkt wird.

Vor einigen Tagen hatte sich, wie Stundin berichtet, ein Einwohner der Gemeinde vor den Bagger gestellt und es geschafft, dass die Denkmalbehörde die Trassenbauarbeiten offiziell stoppte, weil völlig unklar war, ob sich auf der anvisierten Strecke nicht vielleicht unentdeckte archäologische Stätten befinden.

Währenddessen baut Volkskulturbäuerin Elin Agla unverdrossen weiter an ihrer Jurte, die, wenn sie im Herbst abgebaut wird, keinerlei Spuren in der Natur hinterlassen wird. Viele freiwillige Helfer sind nach Seljanes geeilt, denn am 12. Juli soll das Kursprogramm für isländische Volkskultur beginnen.

Neue Felswand aus dem Gletschereis aufgetaucht

Eine etwa fünfzig Meter hohe Felswand ist nun westlich der Grímsvötn aus dem Eis aufgetaucht, nachdem sie fast ein halbes Jahrhundert unter dem Eis verborgen gelegen hatte, berichtet RÚV.

Nach Ansicht des Geologen Magnús Tumi Guðmundsson ist dies auf eine vermehrte vulkanische Aktivität zurückzuführen. Die Grímsvötn liegt im westlichen Teil des Gletschermassivs Vatnajökull und gehört zu den aktivsten Vulkanen des Landes. In den vergangenen Jahren waren dort vermehrte vulkanische Aktivität und Erdwärme verzeichnet worden, beides führt zu einem Abschmelzen des Gletschers.

Die Felsen wurden bei der Frühjahrsfahrt des isländischen Gletscherforschungsvereins entdeckt.

Im Nachrichtenlink gibt es ein Video von der Region zu sehen.

Magnús Tumi weist darauf hin, die Gletscherschmelze in diesem Bereich sei nicht auf den Klimawandel zurückzuführen, sondern vor allem auf die vermehrte Erdwärme vor Ort.

Wenn wir vor 20 Jahren darüber gesprochen hätten, dann hätte ich gesagt, das bedeute, dass es mehr Gletscherläufe aus den Grímsvötn geben wird. In diesem Zeitraum ist jedoch etwas anderes passiert, die Erdwärme hat sich nämlich verschoben, sodass sich das Wasser nicht mehr in den Grímsvötn sammelt, wie es im Jahr 1996 gewesen ist. Daher sehen wir auch keine Gletscherläufe mehr aus den Grímsvötn,” erklärte der Geologe.

Die Felsen werden untersucht, wenn sie noch weiter aus dem Eis herausragen.

Das ist Teil einer Caldera. Das sind steile Felsen. Das war von ihnen sichtbar ist, sind auf jeden Fall fünfzig Meter hohe Felsen. Wenn das so weitergeht, werden die noch höher,” schätzt Magnús Tumi.

Wir haben Felsen an drei Stellen gefunden. Dort sind Felsen, die noch nicht sichtbar sind, die ihren Namen aber in den siebziger Jahren erhalten haben. Sie heissen Depill und Mósar und werden hoffentlich bald sichtbar.”