Rinderhöhle in Oddi als älteste Höhle Islands bestätigt

Die menschengemachte Höhle, die in Oddi im südisländischen Rangávellir gefunden wurde, ist die älteste Höhle, die bislang in Island bekannt ist. Dies haben nun archäologische Untersuchungen im vergangenen Sommer bestätigen können, berichtet RÚV.

Die Forschungsarbeit des Archäologischen Institutes in Zusammenarbeit mit dem Verein Oddafélag zeigte auf, dass die langen und tiefen Löcher in den Hellirsdalir in Oddi von Menschen geschaffen wurden.

Zwei Forschungsgräben waren dazu angelegt worden, der eine in eine grosse, eingestürzte Höhle, der andere in eine kleinere Höhle, die noch intakt war und eine Art Eingang hatte.

Archäologin Kristborg Þórsdóttir bezeichnet es als einzigartig, eine intakte Höhle zu finden, die vor 800 Jahren gegraben worden ist. Hier gebe es die Möglichkeit, ein solches menschliches Bauwerk zum allerersten Mal zu untersuchen. Die Bodenfläche sei unberührt, und man könne daher genau sagen, wie alt das Gebäude sei und wie es genutzt worden sei.

Man könne sehen, ob dies ein Kuhstall gewesen sei, oder ein Stall für anderes Vieh, ob es ein Lagerraum war, oder eine Speisekammer.

Der Fund dieser Höhle gebe Hinweise darauf, dass überall intakte menschengemachte Höhlen vorhanden seien, die verschlossen sind. Sie sieht Anlass, sich damit im Hinterkopf weiter in der Region umzuschauen.

Alles weist darauf hin dass die Höhlen untereinander verbunden waren und dass man zwischen ihnen hin- und hergehen konnte. Die kleinere der beiden gefundenen Höhlen ist nachweislich die ältere, und auch die älteste im ganzen Land.

Sie ist Kristborg zufolge eine Art Seitenhöhle zur grossen Höhle. Gegraben wurde sie vermutlich im 10. Jahrhundert, nachdem die Asche aus dem Vulkanausbruch der Katla im Jahr 920 zur Erde fiel. Die Höhlen sind im 10. und 11. Jahhrhundert in Gebrauch gewesen. Im 12. Jahrhundert stürzte die grössere Höhle ein, und die Wohnstatt wurde aufgegeben.

Bislang weiss man nicht, ob die beiden Höhlen zur selben Zeit gegraben wurden, oder welche zuerst geschaffen wurde, hier fehlen weitere Untersuchungen.

Der Fund ist auch deshalb bemerkenswert, weil es sich bei den beiden Höhlen um die sogenannten Rinderhöhlen (natutahellir) handeln könnte, die in der Jarteinabók von Bischof Þorlákur dem Heiligen aus dem Jahr 1199 erwähnt werden.

Bei dem in der Jarteinabók beschriebenen Ereignis stürzte die Höhle ein und begrub 12 Kühe unter sich. Alle Tiere starben, bis auf einen Ochsen, der sich unter einem riesigen Felsbrocken bewegte, sodass man ihm zu Hilfe eilte. Nachdem man den Felsbrocken von seinem Kopf gewälzt hatte, soll der Ochse sich dann aus eigener Kraft aus dem Schutt befreit und keinen Knochenbruch davongetragen haben.

Die nachgewiesene Zeit des Einsturzes der grösseren Höhle würde in die Geschichte aus der Jarteinabók passen. Die Höhle ist riesengross, etwa um die 50 Meter lang, sie könnte daher durchaus eher als Kuhstall gedient haben, denn als Stall für kleineres Vieh.

Volkssagen zu den Rinderhöhlen stehen oft im Zusammenhang mit dem Gebiet in den Wiesen von Oddi.

Kristborg zufolge könne man dies jedoch erst bestätigen, wenn man Knochen von Rinder gefunden habe, die dort den Annalen nach unter dem Schutt begraben worden sind.

 

Vertrag über Containerhafen im Finnafjörður unterzeichnet

Vertreter der Gemeinden Langanesbyggð und Vopnafjarðarhreppur in Ostisland, des deutschen Unternehmens Bremenport und des Ingenieurbüros Efla haben gestern einen Kooperationsvertrag über den Bau eines neuen Hafens im Finnafjörður in Nordostisland unterzeichnet, berichtet RÚV.

Der Hafen soll ein internationaler Containerhafen werden, welcher Asien, Europa und die Staaten der amerikanischen Ostküste verbindet.

Das für die Baumassnahmen vorgesehene Gelände umfasst 1300 Hekar, dort soll auch eine sechs Kilometer lange Werft entstehen.

Das Projekt befindet sich seit Jahren in der Entwicklungsphase und erhielt kürzlich vom Verkehrsministerium einen Zuschuss von 18 Mio. ISK (133.000 EUR).

Einen Fertigstellungstermin gibt es bislang nicht, vielmehr ist der Hafen ein Langzeitprojekt, in welches Jahrzehnte der Planung und Ausführung fliessen werden.