Analysten sehen düstere Wirtschaftsprognose

I don't want any money or peningar

Die Analyseabteilung der Arion Bank sieht einen wirtschaftlichen Rückgang in Island voraus, zum Ende des Jahres gehe eine der längsten Wirtschaftswachstumszeiten in der Geschichte des Landes zuende, heisst es bei RÚV. Einer der Hauptgründe sei der Exportrückgang. Die Abteilung prognostiziert auch wachsende Arbeitslosigkeit und einen sinkenden Immobilienwert für das Jahr 2019.

Das gute Angebot an Flugverbindungen und niedrige Flugpreise waren die Hauptgründe für die wachsende wirtschaftliche Bedeutung des Fremdenverkehrs. Der Tourismus hat im vergangene Jahr 11 Prozent des Bruttosozialproduktes ausgemacht. Damit könnte der Analyse zufolge die Insolvenz der Fluglinie WOW Air eine noch grössere Auswirkung auf die Volkswirtschaft haben als bisher angenommen.

Für den Tourismus wird ein Rückgang von bis zu 16 Prozent angenommen, und der Einnahmeverlust wird daran festgemacht, wieviel die Touristen hier im Land ausgeben.

Auch wenn die Tarifverhandlungen aktuell noch zu keinem endgültigen Ergebnis gekommen sind, siehen die Analysten eine generelle Gehaltserhöhung im Rahmen der Preisstabilität, gleichzeitig laufe es jedoch durch internationalen Wettbewerb und die schlechtere Wettbewerbslage isländischer Unternehmen auf eine weiter anwachsende Arbeitslosigkeit hinaus.

Die Prognose sieht einen sinkenden Verbrauch privater Haushalte. Derzeit ist kaum oder gar kein Anstieg bei der Bezahlung mit Geldkarten oder dem Import von Verbrauchsgütern zu beobachten. Auch die Auslandsreisen der Isländer dürften nach Prognose der Analysten zurückgehen.

Durch gestiegendes Angebot und steigende Arbeitslosigkeit sollen die Immobilienpreise in diesem Jahr sinken und bis zum Jahr 2021 so gut wie gar nicht ansteigen.

Die wirtschaftlichen Erwartungen grosser Unternehmen für die kommenden sechs Monate sind am Tiefpunkt und damit geringer als in den Jahren nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Auch bei den Investitionssummen herrscht eher Düsternis, sie sind der Analyse zufolge seit Anfang 2010 nicht mehr so niedrig ausgefallen wie derzeit.

März war entlassungsschwerer Monat

Insgesamt sind dem isländischen Arbeitsamt im März 473 Kündigungen in sechs grösseren Gruppenentlassungen gemeldet worden, berichtet RÚV.

In den ersten drei Monaten des Jahres 2019 haben 570 Personen in Gruppenentlassungen ihren Arbeitsplatz verloren.

Zwei solcher Entlassungswellen betrafen das Transportgewerbe und das Lagerwesen, hier verloren 328 Leute ihren Job. Unter anderem waren se bei Airport Associates beschäftigt, doch ein grosser Teil dieser Leute sind anderweitig untergekommen. Das heisst, dass die Zahl am Ende dann doch geringer ausfällt.

Die anderen Entlassungswellen stammen aus vier Sparten: 46 verloren ihren Job im Tourismus, 37 in der Produktion, 32 im Baugewerbe und 30 wurden als Spezialisten oder im wissenschaftlich oder technischen Umfeld arbeitslos.

Die meisten Kündigungen (347) wurden von Unternehmen in Suðurnes gemeldet, aus Reykjavík kamen 126 Entlassungsfälle.

Wirksam werden die Kündigungen im Zeitraum Mai bis Juli 2019.

In der Mitteilung des Arbeitsamtes hiess es, dass die Kündigungen bei WOW Air und anderen mit dem insolventen Unternehmen in Verbindung stehenden Firmen bei diesen Massenentlassungen nicht mitgezählt wurden.