Islands Staatspräsident prangert Vermüllung an

Islands Staatspräsident Guðni Th. Jóhannesson hat den heutigen Sonntagmorgen damit verbracht, Müll aus der Natur rund um seinen Amtssitz Bessastaðir zu sammeln. Von diesem Erlebnis berichtete Guðni heute morgen auf seiner Facebookseite.

Die Müllmenge hat ihn entsetzt, und er kritisierte dem Umstand, dass Leute Müll einfach fallenlassen. Gleichzeitig forderte er alle auf, sich mehr Mühe zu geben.

Der Präsident schrieb in isländischer Sprache:

Die Schönheit, der Strand, und die Strasse.

Bessastaðir ist schön an einem hellen Morgen. Deswegen ist es eine Schande, wieviel Müll man findet, wenn man an den richtigen Stellen sucht. Ein Teil davon weht herüber oder wird von Wind und Wetter an den Strand getrieben. Manches ist ganz klar von Leuten aus dem Auto geworfen worden, oder sie haben keine Lust, es nach dem Spaziergang mit nach Hause zu nehmen. Das ist hoffentlich nur eine kleine Gruppe, aber diese Gruppe hinterlässt Zigarettenstummel, Verpackung von Lebensmitteln, leere Flaschen und anderen Müll.

Lasst es uns besser machen! Du da draussen: Es ist nicht meine Aufgabe oder die anderer, hinter dir sauberzumachen. Weder jetzt, noch in Zukunft.”

 

Efling bläst zu weiteren Streikmassnahmen, Hotels betroffen

Nachdem der erste Warnstreik der Gewerkschaft Efling erfolgreich über die Bühne gegangen ist, zeichnet sich nun eine Verschärfung der Lage ab, denn die Arbeitgeber hatten sich nicht gerührt.

Wie RÚV berichtet, stimmten in einer weiteren Abstimmung 92 Prozent aller Gewerkschaftsmitglieder für weitere Streikmassnahmen. Streiken werden die Beschäftigten in Hotels, in Reisebusunternehmen und beim Busunternehmen Kynnisferðir.

Für Gewerkschaftsvorsitzende Solveig Anna Jónsdóttir kommt das Ergebnis nicht überraschend.

Wir sind sehr zufrieden mit der Teilnahme und der Wahl. Unsere Mitglieder sind sich einig, dass etwas passieren muss. Unsere Forderungen sind realistisch, und die Mitglieder sind bereit, sie nach besten Kräften zu unterstützen.”

Die Wahlbeteiligung hatte bei 35 Prozent gelegen, 1263 Mitglieder hatten einen Wahlzettel abgegeben, von ihnen stimmten 1127 Mitglieder für den Streik, 103 waren dagegen und 22 enthielten sich der Stimme.

Vor allem die Linienbusfahrer der Firma Kynnisferðir fielen durch eine starke Wahlbeteiligung auf, von den 94 Wahlberechtigten füllten 66 Personen Wahlzettel aus, sie alle sprachen sich für einen Streik aus. In den Hotels waren sogar 94 Prozent der Beschäftigten für einen Streik. Bei den Tourbusfahrern sprachen sich 81,3 Prozent für den Streik aus

Der nun drohende Streik soll im April und Mai stattfinden. Zwischen dem 22. März und dem 1. Mai einen ein bis drei Tage andauernden Warnstreik geben, ab dem 18. März soll es auch kurzfristige Arbeitsniederlegungen geben, wie nicht pünktlich zur Arbeit erscheinen, oder bestimmte Arbeiten nicht erledigen. In der letzten Märzwoche und den ganzen April hindurch etwa sollen die Hoteltoiletten nicht geputzt werden. Im April gibt es auch keinen Frühstücksservice. Busfahrer wollen in einer Märzwoche nicht vor dem Mittag zur Arbeit erscheinen, in den Linienbussen soll fünf Wochen lang kein Fahrgeld kassiert werden.

Eine Liste der 40 südwestisländischen Hotels, die von den Streiks betroffen sind, findet man hier.

 

Heftiger Sturm auf dem Weg nach Island

Was zunächst nach einem kleinen Sturmtief aussah, hat sich nun derart vergrössert, dass der isländische Wetterdienst für morgen Abend die orangefarbene Warnstufe ausgegeben hat, berichtet RÚV.

Die Warnstufe gilt für das Südland, Südostisland und das zentrale Hochland. An einzelnen Stelle in Küstennähe kann der Wind 30 m/s und mehr aufnehmen.

Die orangefarbene Warnstufe impliziert eine Wetterlage, welche eine hohe Wahrscheinlichkeit von gesellschaftlichen Auswirkungen haben kann (wie Strassensperrungen, Flug- und Busausfälle etc), sowie Schäden und Unfälle verursachen und Leben in Gefahr bringen kann.

Situationsbedingt kann es zu Sperrungen und zum Ausfall von Dienstleistungen (zB Räumdienst) kommen.

Der Wetterexperte Einar Sveinbjörnsson erinnert in einem Beitrag auf Facebook daran, dass die Schönwetterperiode der letzten Tage nur eine vorübergehende Phase war.

Vor einigen Jahren gab es das schlimmste Wetter des Winters an genau diesem Tag (11. März), und danach noch mal am 14. März. Das war im Jahr 2015. Im Folgejahr gab es an genau den gleichen Tagen, 10. bis 15. März, eine Schlechtwetterserie. In 2017 jagte ein Tiefdruckgebiet das nächste, viele Stürme und Schnee, aber kein Unwetter, welches im Gedächtnis blieb.”

Auch im letzten Jahr sei der März wettermässig ganz gut ausgefallen, doch dies sei in diesem Jahr nun anders. Ein Tiefdruckgebiet vor Neufundland und Wind in grosser Höhe seien auf dem Weg nach Osten, südlich der Insel. Das Tiefdruckgebiet bringe Sturm und auch richtiges Unwetter für den Südosten, vom Rangávellir im Westen bis hinüber an den Öræfajökull.

Für Reisende heisst das, die Reisepläne für morgen und übermorgen überdenken. Jenachdem wann der Sturm zuschlägt, muss mit einer Sperrung der Ringstrasse von Hvolsvöllur aus in Richtung Gletscherlagune gerechnet werden. Wie auf der Webseite von Vegagerðin zu lesen steht, kann die Sperrung bis zum Dienstag Morgen andauern.

In dem langen Abschnitt unterhalb der Gletscher besteht bei Sturm immer die Gefahr von fliegendem Sand und Steinen, die Autofenster zertrümmern können. Auch die beliebten Sandstrände entlang der Südküste sind morgen und übermorgen nach dem Sturm durch extreme Wellen sehr gefährlich, auf keinen Fall sollte man sich in die Nähe des Wassers begeben. 

Wohnmobile, Wohnanhänger und Camper sollten morgen ab dem Nachmittag nicht mehr fahren.

Genauere Informationen finden Sie jederzeit auf safetravel.is, den Strassenzustand und aktuelle Sperrungen gibt es bei road.is, die Wettervorhersage findet man auf vedur.is.