Island feiert 30 Jahre legales Bier

Am heutigen 1. März jährt sich zum 30. Mal der Tag, an den in Island das Bier nach 74 Jahren Prohibition wieder zu kaufen war, berichtet RÚV.

Seit dem Ende der Prohibition haben Isländer etwa 346 Millionen Liter Bier konsumiert, oder, um es etwas plastischer zu formulieren, sie haben das grosse Schwimmbecken im Laugardalur 249 Mal ausgetrunken.

Der 1. März 1988, der Tag, an dem das Bier nach einem 74 jährigem Verbot wieder erlaubt wurde, bleibt vielen Isländern als Freudentag in Erinnerung. In Reykjavík bevölkerten durstige Freunde des Hopfensafts die Strassen und warteten in langen Schlangen vor den wenigen Lokalen, die Bier zum Verkauf anbieten konnten. Mancher erinnert sich daran, dass später am Tag nach etlichen Runden Bier die Leute auf den Tischen tanzten.

Es heisst, dass damals an diesem einen Tag wohl um die 340.000 Dosen Bier verkauft worden sind, obwohl diese Zahl bezweifelt wird.

Sieben Sorten Bier wurden am ersten Biertag angeboten: Sanitas Pilsner, Egils Gul, Budweiser, Löwenbräu, Tuborg, Kaiser und Sanitas Lager. Heute, zum Vergleich, kann man in den staatlich betriebenen Alkoholläden über 500 Sorten Bier aus aller Welt kaufen, und die Zahl der isländischen Brauereien mit eigenen Kreationen steigt stetig. Zu Weihnachten und Ostern gibt es zusätzlich Feiertagsbiere.

Das Morgunblaðið veröffentlichte am Ersten Biertag eine Karte mit allen Biersorten in den einzelnen Geschäften, sowie sämtliche Preise.

Die Preise reichten von 93 ISK (0,68 EUR) bis 110 ISK (0,88 EUR) für eine einzelne Dose Bier und von 560 ISK (4,13 EUR) bis 660 ISK (4,86 EUR) für ein Sixpack.

In jenen Tagen gab es 17 staatliche Alkoholläden auf der ganzen Insel, fünf von ihnen befanden sich in Reykjvík. Heute gibt es 51 Filialen, dazu kann man den Alkohol bei Vinbúðin auch im Internet ordern.

Interessanterweise war das Bierverbot nicht allumfassend. Im Jahr 1965 durften nämlich die Besatzungen von Schiffen und Flugzeugen Bier ins Land bringen. Davíð Scheving Thorsteinsson kritisierte diese Praxis im Jahr 1979 als einen Verstoss gegen die Gleichberechtigung vor dem Gesetz. Im Folgejahr durften auch Touristen Bier im Dutyfree Laden einkaufen, doch obwohl es immer wieder Gesetzesvorlagen zur Beendigung der Prohibition im Parlament gab, schaffte es keine der Vorlagen durch eine Abstimmung. Bis zum Jahr 1988 mussten die Isländer warten, als das Parlament endlich für die Abschaffung des Bierverbots stimmte.

 

Alle Zeichen stehen auf Streik im Hotelgewerbe

Die Mitglieder der Gewerkschaft Efling haben bei ihrer Abstimmung mit grosser Mehrheit Arbeitskampfmassnahmen zugestimmt, berichtet RÚV.

Das war eine überwältgende Mehrheit derer, die natürlich, wie alle verstehen sollten, ihre Arbeit niederlegen wollen, weil ihre Löhne so beschämend niedrig sind, dass es keine theoretische Möglichkeit gibt, davon existieren zu können. Sie wollen nun zusammenstehen, soweit ich weiss,” erklärt die Gewerkschaftsvorsitzende Sólveig Anna Jónsdóttir.

Der Warnstreik wird, wie bereits angekündigt, am 8. März stattfinden, insgesamt wollen etwa 700 Beschäftigte in Gästehäusern und Hotels daran teilnehmen.

Bei der Abstimmung sprachen sich von 862 Stimmen 769 für einen Warnstreik aus, 67 waren dagegen, und 26 enthielten sich der Stimme. Der Warnstreik wurde mit 89 Prozent aller Stimmen angenommen. In der Wahlliste hatten sich 8000 stimmberechtige Gewerkschaftsmitglieder befunden, die Wahlbeteilung betrug daher nur elf Prozent.

Doch für Sólveig Anna ist dies keine Enttäuschung. “Nein, wir hatten beschlossen, alles Gewicht darauf zu legen, ganz real die zu erreichen, die ihre Arbeit niederlegen wollen. Und das ist uns gelungen. Ich bin sehr zufrieden, dass wir dass so gemacht haben, wir haben die getroffen, die wirklich in Streik treten wollen, und wir haben miteinander gesprochen,” sagt sie.

Die Streikankündigung wird heute dem staatlichen Verhandler und dem Arbeitgeberverband ausgehändigt.

Aber auch wenn die Gewerkschaftsmitglieder nun ihren Streikwillen kundgetan haben, wird sich wohl erst kommende Woche herausstellen, ob aus dem Warnstreik auch wirklich etwas wird. Der Arbeitgeberverband hält ihn nämlich für gesetzeswidrig und will die Gewerkschaft gerichtlich belangen. Mit einem Urteil wird noch vor dem 8. März gerechnet.

Auch dies lässt Sólveig Anna kalt. “Ich habe keine Sorge deswegen. Ich bin optimistisch, dass das nicht passiert. Es gibt keinen Weg, das aufzuhalten, was in Gang gesetzt worden ist.” sagt die streitbare Gewerkschaftsvorsitzende.

Fünf touristische Perlen in grosser Gefahr

Fünf sogenannte Perlen der isländischen Natur befinden sich auf der Roten Liste der Umweltbehörde und damit in echter Gefahr der nachhaltigen Zerstörung. Drei von ihnen stehen nicht unter Naturschutz.

Ólafur A. Jónsson, Bereichsleiter bei der Umweltbehörde, fordert Massnahmen für diese und noch weitere touristische Regionen. “Das sind alles Regionen, wo die Umweltbehörde aktiv ist und darauf hinweist, dass dort Mängel vorliegen und dass man dort über Aufbau und Organisation nachdenken muss,” sagte Ólafur RÚV gegenüber.

Die Behörde hatte gestern ein Gutachten über die Touristenorte vorgestellt. Er sei doch erstaunt gewesen, so Ólafur, wie wenige Orte sich auf der Roten Liste befänden und in grosser Gefahr seien.

Es geht dabei um folgende touristische Highlights:

Dettifoss, Rauðifoss, Geysir, Hverasvæðið in den Kerlingarfjöll und Gjáin im Þjórsárdalur.

Das Gutachten war für 104 touristische Orte in Island erstellt worden. Fünfzehn dieser Orte stehen auf der orangefarbenen Liste und laufen Gefahr, ihre Schutzwürdigkeit zu verlieren. Es bedarf hier Massnahmen, um dem entgegen zu wirken. Dazu gehören der Álafoss, Landmannalaugar und der Laugavegur, das Herðubreiðarfriðland und Grafarlönd, die Skógaheiði am Skógafoss, Hveravellir und die Höhle Rauðhólar.

Ólafur sagt, man müsse sich um diese Orte besser kümmern. An vielen Stellen müsse man die Infrastruktur und das Management der touristischen Schwerpunkte verbessern.

Drei der Orte auf der Roten Liste, die sich in grosser Gefahr befinden, stehen nicht einmal unter Naturschutz.

Das sind Gebiete, die unter einer hohen Besucherbelastung leiden. Sie werden nicht direkt durch jemanden beaufsichtigt und sind bei der Ausschüttung von Finanzmitteln meist unter ferner liefen gelandet,” erklärt Ólafur.

Das ist je nach Art und Geografie des Gebietes unterschiedlich, woran der Blick hängenbleibt. Manche der Gebiete sind ganz neu in der Liste. Die müssen dann das ganze Procedere durchlaufen, Organisation, Schutzwürdigkeit, Aufsichtsplanung, Aufbau und all sowas.”