Cannabis im Schatten der Hallgrímskirche

Als Alexandra Einarsdóttir sich im Jahr 2015 ihre schöne grosse Wohnung unterhalb der Hallgrímskirche kaufte, ahnte sie nicht, was für Überraschungen auf dem Speicher ihrer harrten.

Erst ein halbes Jahr nach dem Einzug war es nötig, die Deckentreppe auszuziehen und den Speicher zu aufzusuchen, und dort fand sie die Hinterlassenschaften eines ausgedehnten Cannabisanbauprojekts, berichtet RÚV.

Sie habe die Wohnung gekauft, weil sie sich hier an der Kirche an den Ort ihrer Kindheit zurückversetzt fühlte. Ein Arbeitskollege und Schwager der Frau, die ihr die Wohnung verkaufte, hatte sie gewarnt, dass es da so ein kleines Geheimnis um die Wohnung gebe.

Es habe einen Grund gegeben, warum die Frau verkaufe, sie lebe in London und ihr Mieter sei Drogenhändler, und sie wollte das nicht länger haben. “Immer viel Ärger, dauernd Polizei im Haus,” erzählt Alexandra. “Davon wusste ich also, aber hab da nicht mehr hinter vermutet. Dann erzählte ich ihm, dass ich die Wohnung gekauft hätte und er so: ok, du weisst, dass es da ein kleines Problem gegeben hat, wir haben supergut aufgeräumt, aber ein bisschen was ist noch da. Ich dachte, er hätte Krempel gemeint.”

Alexandra fand aber keinen Krempel. Und dann gerieten die Kollegenworte in Vergessenheit.

Erst ein halbes Jahr später musste sie auf den Speicher klettern.

Da waren kistenweise Anzuchtkästen und alles mögliche, ganz sicher war dort eine ziemlich grosse Pflanzenzucht betrieben worden.

Pflanzenzucht?

Ja, nämlich Cannabis.” sagt Alexandra. “Das Haus stammt aus dem Jahr 1964. Das heisse Wasser wurde mit Rohr hochgepumpt, um Druck zu erzeugen. Das Wasserrrohr liegt auf dem Speicher und das heisse Wasser läuft dann herunter, so erzeugt man Wasserdruck im ganzen Haus. Das ist also richtig warm da oben,” erklärt sie. Perfekte Bedingungen für einen Anbau dieser besonderen Art.

Sie brachte die verwaisten Anzuchtkästen zur städtischen Müllsammelstelle.

Kurz darauf, so erzählt sie, war sie mit ihrer Freundin im Telefongespräch, als ihr am Ofen des Gästezimmers etwas auffiel: ein hinter den Ofen geschobenes Schreibheft. Mit einer Pinzette zog sie das Heftchen hervor und untersuchte ihren Fund. Über jede einzelne Seite prangte in grauen Lettern der Schriftzug “Vertraulich”.

Das waren genaue Anweisungen für den Anbau von Marijuana, vom Setzling bis zur Pflanze und zur Ernte, und wie man es lagert.”

Das Ratgeberheftchen ist mit Hingabe geschrieben und widmet sich nicht nur gärtnerischen Hinweisen sondern auch der Frage, ob Platz, Zeit und Geld vorhanden sind.

Auf acht eng beschriebenen Seiten steht alles, was man über das Marijuanageschäft im heimischen Wohnzimmer wissen muss, inklusive Tipps, wie man den Stoff am besten an den Mann bringt.

Ich fand bemerkenswert, dass das Heftchen hinter dem Ofen klemmte. Er hat es dort versteckt, um es entweder mitzunehmen, oder wegzuwerfen,” vermutet Alexandra. Ob das Heftchen nun von ihrem Vormieter stammte oder von jemandem anderen, weiss sie natürlich nicht.

Aber in Anbetracht der Tatsache, dass der Anbau von Cannabis und Marijuana in Island streng untersagt ist, hat Alexandras Wohnung an der Hallgrimskirche nun quasi Seltenheitswert.

Sturmwarnung für den Südosten

Vor allem im Südosten des Landes sollte man ab heute Abend den Hut ins Gesicht ziehen, und am besten gar nicht mehr vor die Tür gehen. Ein mächtiges Sturmtief nähert sich der Insel von Süden her und erreicht das Land mit voler Kraft morgen Vormittag im Süden, Südosten, im Ostland bis nach Glettingur und in den Ostfjorden, schreibt RÚV.

Zur Abendbrotzeit geht es im Süden los, über Nacht wandert der Sturm weiter nach Osten. Im Süden muss nur an vereinzelten Stellen mit hohen Windgeschwindigkeiten gerechnet werden, doch auch hier können Böen mehr als 50 km/h annehmen.

Im Westen wird es vermehrt regnen, die Sturmregionen bleiben tagsüber trocken, zum Abend hin kommt es auch dort zu heftigen Niederschlägen.

Zum Abend hin legt sich das Wetter wieder und die Temperaturen sinken. Für die kommenden Tage bleibt uns der Wind aus südlicher Richtung erhalten, er bringt mildes Wetter und Regen im Südteil des Landes. 

Die Rettungseinheiten im Süden des Landes sind in Alarmbereitschaft versetzt worden. Im Hornafjörður macht man sich bereits Sorgen wegen der Touristen, die sich nicht informieren oder Warnungen ignorieren. 

Das Wetter ist gut, und das touristische Verkehrsaufkommen hoch. Schwierig sei es, die Unwetterwarnung an den Mann zu bringen, sagt Friðrík Jónas Friðríksson von den Björgunarsveit in Höfn.

Wir sehen hier Zelte und Wohnmobile und alles mögliche unterwegs. Derzeit sind es acht Grad plus, der Himmel ist blau, die Sonne scheint, die Gänse fliegen über das Land. Niemand macht sich klar, dass morgen ein schweres Unwetter kommt,” gibt Friðrík zu bedenken. Die Behörden raten jedem, morgen zuhause zu bleiben, wenn kein Notfall vorliegt, schreibt RÚV.

Friðrík rechnet damit, dass morgen früh bemannte Sperren errichtet werden, um unbelehrbare Autofahrer an der Weiterfahrt zu hindern.

Reisende sollten also unbedingt auch ihre Pläne überdenken.

Für die Regionen unterhalb der Gletscher muss laut Strassenbehörde jederzeit mit wetterbedingten Strassensperrungen gerechnet werden. Vor allem auf den grossen Sanderregionen an Vatnajökull und Mýrdalsjökull können Sand und Steine aufwirbeln und Autoscheiben zerstören. Bedingt durch das stürmische Wetter sollte man an den beliebten Stränden Reynisfjara und Kirkjufjara äusserste Vorsicht walten lassen und nicht ans Wasser gehen, da der Wellengang dort extrem ausfällt. Tückische Sneakerwellen haben dort in der Vergangenheit schon mehrfach Menschen ins Meer gezogen.

Aktuelle Warnmeldungen findet man unter safetravel.is, die Strassenkarte, auf denen auch temporäre Sperrungen verzeichnet sind, sowie Webcams anklickbar, findet man unter road.is