Island jagt weiter Wale

Fischerei- und Landwirtschaftsminister Kristján Þór Júlíusson hat heute eine Resolution veröffentlicht, nach der die Jagd auf Finnwale und Minkwale bis zum Jahr 2023 auch weiterhin erlaubt ist, berichtet RÚV.

Die Entscheidung baue auf der Expertise des Marineforschungsinstitutes, sowie auf einer kürzlich erschienenen Studie des Wirtschaftsinstitutes der Universität Islands zur volkswirtschaftlichen Bedeutung des Walfangs. Ausserdem stütze der Minister seine Entscheidung auf ein Papier des Marineforschungsinstitutes, welches auf seinen Wunsch hin nach Erscheinen der Studie verfasst worden war.

Das Marineforschungsinstitut empfiehlt, die jährliche Fangquote von Finnwalen im Zeitraum von 2018 bis 2023 auf 161 Tiere im Fanggebiet Ostgrönland/Westisland und auf 48 Tiere im Fanggebiet Ostisland/Färöerinseln, und auf 217 Minkwale in isländischen Gewässern zu begrenzen.

Der Empfehlung liegen Statistiken der internationalen Walfangkommission IWC zugrunde.

Seit Beginn der Walzählungen im Jahr 1987 ist der isländische Finnwalbestand stetig gewachsen. Bei der letzten Zählung im Jahr 2015 wurden 37.000 Tiere geschätzt, damit habe sich der Bestand seit 1987 verdreifacht, schreibt RÚV.

Die Minkwalzahlen seien seit der Jahrtausendwende zurückgegangen. Doch geht man nicht davon aus, dass der Bestand geschrumpft sei, sondern eher, dass die Minkwale sich aufgrund von Futtermangel nach Norden verlagert haben. Die Empfehlung des Institutes nimmt auf diese Entwicklung Rücksicht.
In dem oben erwähnten Papier des Marineforschungsinstitutes wird auf eine Rote Liste des isländischen Naturkundeinstitutes vergewiesen, welche zum ersten Mal veröffentlicht worden ist. In dieser Liste geht es um isländische Säugetiere, die nach den gleichen Regeln wie gefährdete Arten in der internationalen Roten Liste behandelt werden.

In der isländischen Roten Liste wird der Finnwal als “nicht in Gefahr” geführt. Damit bestätige sich, dass der Bestand sich hierzulande in gutem Zustand befindet. Das gleiche gilt für den Minkwal, den Seiwal, den Buckelwal und kleinere Zahnwale.

In Island gibt es nur ein Unternehmen, welches Wale jagt und die gesamte Walfangquote ausschöpfen kann. Hvalur ehf. unter der Leitung von Kristján Lotftsson hatte in den vergangenen Jahren immer wieder von sich reden gemacht, unter anderem durch Schwierigkeiten beim Walfleischexport nach Japan, als weltweit Häfen dem Frachtschiff das Ankern verweigerten.

Im vergangenen Jahr hatte die Umweltorganisation Hard to Port Fotos von der Walstation im Hvalfjörður veröffentlicht, auf denen seltene Hybridwale (Blauwal/Finnwal) an Land gezogen wurden. Die Rechtmässigkeit dieser Beute blieb bei Marineexperten umstritten. Hard to Port veröffentlichte auch Fotos von ungeborenen Walkälbern, die aus den erlegten Müttern gezogen worden waren.

Strenges Regelwerk für Hornstrandir in Kraft getreten

Am vergangenen Freitag sind neue gesetzliche Regeln zu Naturerhalt und Management der geschützten Region Hornstrandir in Kraft getreten, berichtet RÚV.

Den neuen Regeln zufolge ist Camping ausserhalb gekennzeichneter Gebiete verboten. Die Regeln beschränken auch den Zugang von Kreuzfahrtschiffen aus. Diese und weitere Regeln sollen dafür sorgen, dass die Region für künftige Generationen so unberührt wie möglich erhalten bleibt.

Hornstrandir ist im Jahr 1975 unter Naturschutz gestellt worden. Die neuen Regeln sind das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen Landbesitzern vor Ort, Planungsbehörden und der isländischen Umweltbehörde. Sie überarbeiteten den gesamten Naurschutzplan für die Hornstrandir und legten einen Aktionsplan für drängende Schutzprojekte fest, der nach Prioritäten geordnet bis 2023 abgearbeitet werden soll.

Die Reisegewohnheiten haben sich seit der letzten Überprüfung der Regeln sehr verändert, wie Kristín Ósk Jónasdóttir von der Umweltbehörde erklärt. Sie machten eine Überarbeitung dringend notwendig.

Nun ist es Besuchern nicht mehr gestattet, in den Hornstrandir frei zu zelten. Sie müssen für eine Übernachtung extra ausgewiesene Bereiche aufsuchen, wo Sanitäranlagen aufgestellt worden sind.

Auch das Mitbringen eines Fahrrades oder Hundes in die Hornstrandir ist nun verboten. Ausnahmen gelten hier für Anwohner des Schutzgebietes, die einen Hund besitzen, sowie für Rettungs- und Diensthunde.

Auch die Gruppengrösse wird begrenzt: Maximal 30 Personen sind nun im westlichen Teil des Naturschutzgebietes auf einmal erlaubt, im östlichen Teil dürfen nur 15 Personen auf einmal vor Ort sein. Grössere Gruppen benötigen eine explizite Genehmigung durch die Umweltbehörde.

Das Anlanden von Kreuzfahrtschiffen mit mehr als 50 Passagieren ist nicht mehr gestattet.

Die Küstenwache muss Navigationskarten überarbeiten, damit jeglicher Schiffsverkehr mindestens 115 Meter von allen Seevogelkolonien entfernt verläuft. Fotografieren und Filmen ist nur noch mit einer Genehmigung der Umweltbehörde möglich. Beides kann negative Auswirkungen sowohl auf das Erlebnis von Mitreisenden wie auf das Tierleben selbst haben.

Die Stille des Reservates sei wichtig, so Kristín Ósk. Daher sind auch Dronen und Hubschrauber innerhalb der Region verboten.

Das Landen von Kleinflugzeugen ist nur innerhalb ausgewiesener Gebiete erlaubt.

In Wirklichkeit versuchen wir, das Reservat so unberührt wie möglich zu erhalten, und was wir in den vergangenen Jahrzehnten getan haben, sollte auch kommenden Generationen möglich sein.”