WOW air streicht Flüge an sechs Ziele

Die isländische Fluglinie WOW air hat Flüge an mindestens sechs Zielorte gestrichen. Das Unternehmen gibt als Grund dafür eine Neuorganisation des Flugwegenetzes und eine Verkleinerung der Flugflotte an, berichtet RÚV.

Mitte Dezember hatte Wow air angekündigt, dass der Betrieb erheblich verkleinert werde. In der Folge wurden 111 festangestellte Mitarbeiter entlassen, die Flugzeuge wurden von 24 auf 11 reduziert, überdies sollten Destinationen wegfallen.

Etwa zur selben Zeit wurde bekanntgemacht, dass der US-amerikanische Investor Indigo Partners bereit sei, etwa neun Milliarden in das Unternehmen zu pumpen, allerdings war die Investition an bestimmte Vorgaben gebunden.

WOW air hatte in der jüngsten Vergangenheit Passagiere bereits darüber informiert, dass man bestimmte Flüge habe streichen müssen. Vor vier Tagen erhielt ein Passagier die Nachricht, dass sich das Unternehmen gezwungen sehe, seinen Flug nach Mailand am 24. Januar wegen unvorhergesehener Umstände abzusagen. In der Nachricht findet sich ein link, durch den der Passagier einen Flug an ein anderes Ziel wählen oder sein Geld zurück bekommen kann.

RÚV weiss von einem weiteren Passagier, dessen Flug nach Gatwick am 21. Januar gestrichen wurde.

Auf Nachfrage bei WOW air bekam RÚV folgende Antwort per Email übersendet:

“In Anbetracht der Neuorganisation des Flugwegenetzes und der Verringerung der Flugflotte war es notwendig geworden, Flüge zu streichen. Das gilt für Flüge nach Los Angeles, San Francisco, Neu-Dehli und Chicago. Allen Passagieren wird angeboten, ihr Geld zuruuckzuerhalten oder ein neues Reiseziel auszuwählen.”

Auf die Frage nach weiteren Informationen, unter anderem danach, wieviele Flüge gestrichen worden seien, hiess es, dass weitere Informationen zum jetztigen Zeitpunkt nicht ausgegeben würden.

Ertränkte Frau soll nach 300 Jahren posthum begnadigt werden

Das isländische Justizministerium prüft derzeit die Bitte um Begnadigung von Halldóra Jónsdóttir, einer jungen Frau, die vor 300 Jahren im Fljótsdalur ertränkt worden war. Wie RÚV berichtet, war sie damals wegen Blutschande und Vertuschung zum Tode verurteilt worden, nachdem ihr Vater sie vergewaltigt und das gemeinsame Kind getötet hatte.

Die Tragödie hatte sich auf dem Einsielderhof Þórarinsstaðir oberhalb von Seyðisfjörður zugetragen. Halldóra Jónsdóttir wurde im Jahr 1700 geboren und lebte nach dem Tod der Mutter zusammen mit Vater Jón Egilsson und Geschwistern dort in grosser Abgeschiedenheit.

Die Landwirtin Kristín Amalía Atladóttir von Hólshjáleiga í Hjaltastaðaþinghá erzählt, im Jahr 1724 habe das Gerücht die Runde gemacht, dass die unverheiratete Halldóra ein Kind geboren habe. Bei Prüfung der näheren Umstände fand man ein im Boden vergrabenes Kind. Vater und Tochter wurden festgenommen. Jón Egilsson gestand beim ersten Verhör, dass er seine Tochter vergewaltigt und das gemeinsame Kind ohne ihr Wissen genommen und im Boden vergraben habe.

Kristíns Ansicht nach ist Halldóra für keins der beiden Verbrechen für schuldig zu befinden.

Vater Jón wurde in Þingvellir für seine Taten geköpft, Halldóra wurde ebenfalls zum Tode verurteilt. Es hätte für den dänischen König Friedrich IV. die Möglichkeit gegeben, Halldóra zu begnadigen, doch in Absprache mit Theologen bestätigte er das Todesurteil, weil das Mädchen ihren Vater nicht verraten habe.

Auf ihre besondere Lage oder das Machtungleichgewicht wurde keine Rücksicht genommen.

Halldóra wurde nach Skriðuklaustur im Fljótsdal gebracht, und am 17. August 1729 wurde das Urteil im Fluss Bessastaðaá vollstreckt.

Halldóra ist eine von 48 isländischen Frauen, von denen bekannt ist, dass sie wegen Blutschande oder Vertuschung und Tötung ihres Kindes ertränkt wurden.

“Die Frauen wurden an das Flussufer gebracht, dann stülpte man ihnen einen Sack über den Körper und band ihn in der Mitte fest, mit den Armen am Körper, dann stieg jemand in den Fluss oder auf einen Felsen und zog am Strick, bis sie in den Fluss fiel,” erklärt Kristín.

Überreste von Halldóra wurden nie gefunden, aber 1989 fand man Menschenknochen im Geröll des Flusses, die ganz offensichtlich dem Fall zuzuordnen sind.

Kristín schrieb dem isländischen Premierminister und bat darum, dass Halldóra posthum begnadigt werde. Die Angelegenheit liegt nun beim Justizminister.

“Seitdem sammle ich Gelder, um an diesem Ort eine Ausstellung in Gedenken an Halldóra und andere Frauen, die das gleiche Schicksal ereilte, zu errichten, und eine Seelenmesse lesen zu lassen,” erläutert Kristín ihren Plan. “

“Ich möchte, dass hier an der Bessestaðaá eine Seelenmesse für all diese Frauen gelesen wird, und dass ihnen ein Denkmal errichtet wird, welches für alle Zeiten hier steht.”

Im Nachrichtenlink gibt es einen Filmclip, wo man den Ort der Urteilsvollstreckung sehen kann.