Autofahrer sitzen im Schneesturm fest

Die Warnmeldungen des isländischen Wetterdienstes gestern haben offenbar nicht alle Autofahrer erreicht, und die freiwilligen Helfer der isländischen Rettungseinheiten im ganzen Land sind im Zuge des Unwetters unterwegs, um Menschen aus Schnee und Eis herauszuhelfen, berichtet RÚV.

Die Bergabschnitte an Mývatn, im Möðrudalsöræfi und die Fjarðarheiði oberhalb von Seyðisfjörður sind seit dem Mittag gesperrt. Das Rettungsteam Jökull rückte aus, um Autofahrer im Möðrudalsöræfi zu helfen, die dort im festsitzen. Man weiss von vier Fahrzeugen, mindestens eins davon ist von der Strasse gerutscht. In der Region herrscht Schnesturm, die Strassen sind unpassierbar. Daher kommen auch die Rettungsteams nur langsam vorwärts. Bislang konnte erst ein Fahrzeug gefunden werden.

Am Vormittag mussten drei Rettungsteams ausrücken, um festsitzenden Reisenden auf der Holtavörðuheiði zu Hilfe zu kommen. Die Reisenden sind inzwischen alle in Sicherheit, der Pass wurde geräumt und ist für die Durchfahrt wieder freigegeben.

Die Ringstrasse über den Skeiðarásandur in Richtung Gletscherlagune ist wegen Orkans gesperrt, dort werden Böen von bis zu 50m/s erwartet.

In den Westfjorden sind die Strassen nach heftigen Schneefällen kaum passierbar, ein Autofahrer musste im Súðavíkurhlíð aus dem Schnee gezogen werden. Die Räumarbeiten sind im Gange.

Im Norden sind Öxnadalsheiði, Þverárfjall und Víkurskarð wegen Schneesturms gesperrt, Schnee und schlechte Sicht behindern den Verkehr auf allen Strassen im Nordland.

Für den Abend sieht die Wettervorhersage jedoch gut aus. Das Wetter soll sich überall beruhigen und den Isländern einen ungestörten Silvesterabend bescheren.

Neun von elf Lachsen waren nicht wild

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Neu von elf Zuchtlachsen, die in isländischen Flüssen gefangen wurden, stammen aus der Zucht von Arnarlax im Tálknafjrður und Arnarfjörður. Das ist das Ergebnis einer Herkunftsbestimmung, die das Marineforschungsinstitut durchgeführt hat, berichtet RÚV. Nach Angaben des Institutes stammen diese Lachse aus drei Fluchtvorfällen, die Arnarlax gemeldet hatte.

Die Herkunftsbestimmung wurde in Zusammenarbeit mit der Lebensmittel- und Veterinäraufsichtsbehörde MAST und Matís durchgeführt, dabei wurde die genetische Information der gefangenen Fische mit denen von männlichen Zuchtlachsen verglichen, die im Jahr 2015 zur Zucht eingesetzt worden waren.

In einer Studie des isländischen Marineforschungsinstitutes, die im Mai veröffentlicht worden war, ist zu lesen, dass von 12 gefangenen Lachsen sechs aus einem Zuchtbetrieb stammten. Der neusten Erbgutbestimmung nach stammten elf von zwölf Lachsen aus Zuchtbetrieben, von diesen elf könne man neun mit Sicherheit auf einen bestimmten Betrieb zurückverfolgen, eine Probe müsse näher untersucht werden. Ein weiterer Fisch, der in der Breiðdalsá an den Haken gegangen war, wartet ebenfalls auf eine Untersuchung, auch hier besteht der Verdacht, dass er aus einem Zuchtbecken enkommen ist.

Die neun genannten Fische stammen alle aus zwei Zuchtbecken des Unternehmens Arnarlax, eines davon in Laugardalur im Tálknafjörður, das andere im Hringdalur im Arnarfjörður.

“Drei Vorfälle, die zu diesen Orten passen, sind gemeldet worden. Arnarlax meldete einen Vorfall/eine Flucht im Hringdalur im Arnarfjörður am 21. Februar und zwei Vorfälle im Laugardalur im Arnarfjörður, denen einen im Februar, den anderen im Juli diesen Jahres. Es hat den Anschein dass alle Fische aus diesen gemeldeten Fluchten stammen,” heisst es in einer Mitteilung des Marineforschungsinstitutes.

Eine britische Studie der University of East Anglia hatte ergeben, dass Zuchtlachse ebenso fruchtbar sind wie ihre wilden Verwandten und ihre Zuchtmerkmale weitergeben können.