Krone verliert 6 Prozent an Wert im September

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Die isländische Krone ist in diesem Monat in ihrem Wert um sechs Prozent gefallen, davon alleine zwei Prozent am gestrigen Morgen, berichtet RÚV. Die Zentralbank intervenierte am Devisenmarkt, um eine weitere Entwertung der Landeswährung zu verhindern. Zuletzt hatte die Bank im vergangenen November schützend eingegriffen.

Jón Bjarki Bentsson, der leitende Wirtschaftsexperte bei Íslandsbanki sieht die Probleme im Zusammenhang mit der Ungewissheit in der Tourismusbranche und der Zukunft der isländischen Fluglinie WOW Air. Die Fluglinie sucht derzeit nach einem Investor, der über die kommenden 18 Monate einen Kredit von 96 Mio Euro gewähren will. WOW Air transportiert zusammen mit der Staatslinie Icelandair 80 bis 85 Prozent aller Reisenden nach Island. Ein Erfolg oder Scheitern des Unternehmens könnte grosse Auswirkungen auf die gesamte Tourismusbranche haben.

Jón sagt, das Risiko einer grossen permanenten Entwertung der Währung sei viel geringer als zuvor. Er hält die Auswirkungen auch nicht für lang andauernd. Die Devisenreserven der Zentralbank seien gross, und die gestrige Aktion zeige nur, dass die Bank in der Lage sei, auch zukünftige Wertverluste zu verhindern.

Finanzminister Bjarni Benediktsson sagte, die Regierung habe keinen Grund anzunehmen, dass die Krone falle. “Wir haben in den Statistiken der vergangenen Monate gesehen, dass wir immer noch eine gute Handelsbalance im Ausland haben, und das zeigt eine starke Position, eine viel stärkere Position als zuvor, und dies sind die aktuellen Zahlen, die wir vorliegen haben,” sagte Bjarni.

“Auf der anderen Seite wissen wir, dass die Wettbewerkbsfähigkeit des Landes sich verschlechtert hat, und am Ende wird dies Auswirkungen auf den Markt haben, aber auch in den Glauben der Leute an die Krone als Zukunftswährung.”

Konráð S. Guðjónsson, Experte beim isländischen Wirtschaftsrat, sagte, auch wenn die Obrigkeit Vorsicht walten lassen müsse, habe die isländische Wirtschaft eine starke Position.

“Wir haben alle aus dem gelernt, was vor 10 Jahren passiert ist […], Haushalte Unternehmen, und die Regierung, sie alle stehen heute ökonomisch weitaus besser als damals.” sagte Konráð.

“Die Gesamtschuldenlage der isländischen Wirtschaft im Ausland ist so sehr viel besser. Das alleine hilft enorm dabei, die Krone stabil zu halten und finanzielle Stabilität zu sichern.”

Nominierungen für Medienpreis für Umweltthemen

Das isländische Ministerium für Umwelt und Resourcen hat die Nominierungen für den Medienpreis des Ministeriums bekanntgegeben, berichtet RÚV.

Nominiert wurde der Journalist Kjartan Kjartansson, der für Vísir.is, den Radiosender Bylgjan und den TV-Sender Stöð 2 tätig ist, für seine Berichterstattung zur Klimaerwärmung.

Ebenfalls nominiert wurde die Journalistin Sunna Óska Logadóttir, die für das Morgunblaðið schreibt, für ihre Artikelserie ‘Macht oder Herrlichkeit’, sowie das Chirurgenduo Tómas Guðbjartsson und Ólafur Már Björnsson für ihre fotografische und informative Arbeit und für Artikel über die isländische Natur.

Kjartan habe auf fachgerechte und informative Art und Weise über die Klimaerwärmung geschrieben, die eins der drängendsten Probleme der Gegenwart sei, Sunna Ósk widmete ihre Artikelserie aktuellen Kraftwerksprojekten und schrieb über den Zwispalt zwischen Nutzung und Naturschutz. Mit grosser Sorgfalt und Genauigkeit habe sie sich eines Themas angenommen, welches umstritten war und die Gemüter erhitzt hat.

Sunna hatte zuvor bereits den Journalistenpreis für die beste Berichterstattung des Jahres erhalten.

Die beiden Chirurgen Tómas und Ólafur hätten, so die Begründung der Jury, das Jahr dazu genutzt, Medien und Öffentlichkeit über die isländische Natur, Naturschutz und den Wert von Naturdenkmälern aufzuklären. Sie waren vor allem mit ihrer Kampagne gege das Kraftwerk an der Hvalá in den Westfjorden publik geworden.

Die Jury stellte fest, dass derartige Informationen zunehmend aus der Öffentlichkeit kämen und weniger von Experten aus der Presse und Fotografenbranche.

Der Preis wird am Montag den 17. September am Tag der isländischen Natur verliehen.