Offroadfahren in Südostisland hat Folgen

Der Geschäftsführer des Mietcamperunternehmens Camping Cars will den Mieter eines seiner Fahrzeuge bei der südisländischen Polizei anzeigen, nachdem ein Foto des Fahrzeugs ausserhalb eines befestigten Weges auf der Sandfläche Skeiðarársandur in Südostisland in einer Facebook-Tourismusgruppe aufgetaucht war.

Wie RÚV berichtet, habe Geschäftsführer Bogi Jónsson es im Interview bedauert, dass man zu solchen Massnahmen greifen müsse. Der Kunde sei verärgert gewesen, als man Verbindung zu ihm aufnahm und von dem Beschluss unterrichtete.

Camping Cars sei ein kleines Unternehmen, und man verwende viel Zeit darauf, die Kunden darüber aufzuklären, was sie dürften und was nicht.

“Und das wären alles leere Worte, wenn wir bei sowas nicht reagieren würden,” sagte Bogi.

Der Kunde sei informiert worden, dass er möglicherweise früher nach Reykjavík zurückkehren müsse, um bei der Pokizei zu erscheinen und eine Aussage zu machen. Dem Foto nach zu urteilen habe er nicht nur Offroadfahren betrieben, sondern auch auf dem Skeiðarársandur übernachtet. Wildes Campen ist in Island in Regionen ausserhalb des Hochlandes nicht gestattet.

Offroadfahren war auch in diesem Sommer Thema in den Medien. Französische Touristen hatten 400.000 ISK Strafe zahlen müssen, nachdem sie ausserhalb der befestigten Wege in den Kerlingarfjöll aus dem Schlamm gezogen werden mussten.

Mitte August wurden drei Touristen wegen Offroadfahren am Þríhyrningur zur Kasse gebeten. Insgesamt sind der Umweltbehörde zehn Fälle von Fahren ausserhalb befestigter Wege gemeldet worden.

Heutransport nach Norwegen besser als erwartet

Anfang September sollen erste Heutransporte nach Norwegen beginnen, berichtet RÚV. Die Transporte sollen von Sauðárkrókur und Akureyri aus laufen, insgesamt hofft man, um die 70.000 Heurollen von Island nach Norwegen bringen zu können.

Die grosse Trockenheit in Norwegen hatte dazu geführt, dass Norwegen nach Mööglichkeiten suchte, ausländisches Heu zu importieren, um das Nutzvieh füttern zu können.

“Sicher sind 30.000 Rollen guten Heus bereits verkauft worden, dazu kommen noch mal 20.000 Rollen, und vielleicht noch mal 20.000 Rollen,” erklärt Benedikt Hjaltason, der als Mittelsmann zwischen nordisländischen und norwegischen Bauern fungiert. Bei dem Handel stellen die Norweger das Schiff bereit und kümmern sich um den Export.

Laut Benedikt gebe es grosse Heuvorräte, schon nach der ersten Ernte hätten viele Bauern bereits genug Heu einlagern können. Hätte man die Vorräte nicht verkaufen können, wären sie wohl entsorgt worden.

Die Norweger zahlen 8500 Kronen pro Rolle, das Interesse der isländischen Bauern komme daher nicht überraschend.

“Die Leute haben mich für verrückt erklärt, als ich gesagt habe, dass man wohl 15.000 Rollen organisieren könne,” sagt Benedikt. “Und nun ist es die zweifache Menge dessen, was ich mir sicher war.”

Der diesjährige Sommer hat dem Norden und Osten des Landes mit Sonnenschein eine gute Heuernte beschert. Nur im Süden des Landes erschwerten wochenlanger Regen und niedrige Temperaturen die Erntearbeiten.

Die Veterinäraufsichtsbehörde MAST hatte den Heuexporten zustimmen müssen, Exporte waren ausschliesslich aus seuchenfreien Regionen des Landes zugelassen worden. Auch in Norwegen mussten Seuchenschutzbestimmungen eingehalten werden.

Ölunfall im Fáskrúðsfjörður

Gestern Abend hat sich im Hafen von Fáskrúðsfjörður in Ostisland ein Schwerölzwischenfall ereignet, als bei Betanken des Hochseeschiffes Hof­fell SU-80 etwa 1000 bis 1500 Liter Öl ins Meer gelaufen sind, berichtet RÚV.

Gegen 18 Uhr betankte ein Beschäftigter das Schiff im Hafen des Ortes, als er plötzlich einen Ölgeruch wahrnahm. Nach einer Mitteilung des Ölunternehmens Skeljungur war der Zähler kaputtgegangen und das Öl spritzte in den Hafen.

Die Behörden wurden sofort informiert, Mitglieder der örtlichen Rettungsgruppe fuhren auf Booten hinaus, um die Ausbreitung des Öls zu verhindern. Nachdem dies gelungen war, machte man sich an die Reinigung der Wasseroberfläche.

Hendrik Egholm, der Direktor von Skeljungur, gab an, dass nach Schätzungen der Rettungsmänner zwischen 1000 und 1500 Liter Schweröl ins Meer gelaufen seien. Die Reinigungsarbeiten seien gut verlaufen, nicht zuletzt, weil die Beteiligten gut gearbeitet hätten und weil das Wetter gut gewesen sei.

“Wir gehen davon aus, dass die Reinigungsarbeiten abgeschlossen sind, aber in so einem Fall muss man die Umgebung gut weiter beobachten. Wir tun dies, um sicherzugehen, dass da kein Öl mehr übrig ist.”

Hendrik sagte weiter, Skeljungur bedauere, dass dieser Fehler dazu geführt habe, dass Öl ins Meer laufe. Das passiere fast nie, aber wenn es passiere, sei dies einmal zu viel.

“Wir glauben nicht, dass das Leck Auswirkungen auf die Umwelt genommen hat. Die Menge, die ins Meer gelaufen ist, war unbedeutend, und sowohl Behörden als auch Rettungseinheit reagierten schnell. Wir sind sehr dankbar dafür.”

Die Angelegenheit werde beim Unternehmen dennoch genau untersucht, auch wenn man zu wissen glaube, was da passiert sei, dass nämlich jener Zähler kaputt gegangen sei.

Mit 95 Jahren per Fallschirm in die Luft

Páll Bergþórsson, der ehemalige Direktor des isländischen Wetteramtes , hat sich anlässlich seines 95. Geburtstages in einen begleiteten Fallschirmflug begeben, berichtete RÚV. Nachher befand er, dass Fallschirmspringen nicht viel mehr beängstigender sei als auf einer 10 Meter hohen Mauer zu stehen.

“Es war überfällig für einen alten Wetterfrosch wie mich, mit dem Fallschrim zu springen und näher an die Wolken heranzukommen, über die er andere immer belehrt hat,” schrieb er in einem Beitrag auf seiner Facebookseite.

Wenn so etwas gut vorbereitet ist, sei man überzeugt, dass alles möglich ist, und auf einmal sei die Höhenangst wie fortgeblasen, sagte er in einem Interview mit dem Morgunblaðið.

Er lobte die Möglichkeiten, die dieser Sprung ihm schenkte: “die Grossartigkeit der Berge zu beobachten, das Meer, und das Land … ich hätte das für alles in der Welt nicht missen wollen.”

Mit diesem Sprung ist Páll der älteste Isländer, der sich jemals mit einem Fallschirm in die Luft begeben hat.

Seinen Sprung können Sie hier bei RÚV mitverfolgen.