Grossbaustelle auf der Hellisheiði

Reisende in Südisland müssen in den kommenden Tagen mit Verkehrsbehinderungen wegen einer Grossbaustelle auf der Hellisheiði rechnen. Seit 9 Uhr heute morgen ist die Heiði nach Reykjavík bis voraussichtlich 19 Uhr gesperrt.

Auf einigen Abschnitten wird die Fahrbahn gefräst und neu geteert, berichtet RÚV. Der dort oben oft heftige Wind könnte dazu führen, dass Steine von der Asphaltfräse auf Autos fliegen, daher wurde entschieden, die Strecke aus Sicherheitsgründen ganz zu sperren und auf den Þrengslipass umzuleiten.

Die Strassenbauarbeiten verschieben sich dann abschnittsweisen weiter in Richtung Osten.

Gleichzeitig wird wegen Bauarbeiten in der kommenden Woche die Brücke über die Ölfusá in Selfoss gesperrt, der Verkehr wird über Eyrarbakki und die dortige Brücke und dann den Þrengslipass umgeleitet.

Kreuzfahrtschiff setzt 200 Passagiere in Hornstrandir an Land

Gestern sind etwa 200 Passagiere eines Kreuzfahrtschiffes im Naturschutzgebiet Hornstrandir in den Westfjorden an Land gesetzt worden, berichtet RÚV.

Das ist erlaubt, doch arbeitet man derzeit daran, die Regeln zum Betreten von Naturschutzgebieten zu verschärfen.

Die Le Boreal hatte bereits im vergangenen Jahr Passagiere in Hornstrandir an Land gebracht, ohne jedoch einen Mitarbeiter des Zolls vorher an Bord geholt zu haben. Durch dieses Versäumnis war die Praktik aufgefallen.

Gestern war das Schiff nun wieder in den Gewässern unterwegs gewesen. Diesmal erhielt es Besuch der Zollbehörden und setzte seine Fahrt danach fort, in Richtung Veiðileysufjörður und Hesteyrarfjörður.

“Gemessen am Verkehr der Zodiacboote und der Leute, die ich dort gesehen habe, und der Leute die sich noch an Land befanden, würde ich schätzen, dass das so zwischen 150 und 200 Personen waren, die dort an Land gegangen sind,” sagte Kristín Ósk Jónasdóttir, eine Expertin und Rangerin der Umweltagentur, die den Vorgang beobachtet hatte.

Derzeit arbeitet man an einem Schutzkatalog für das Naturschutzgebiet in Hornstrandir, der eine Grössenbeschränkung für die Schiffe beinhaltet, welche vor dem Gebiet ankern, um Passagiere an Land zu setzen. Bis eine solche Regelung in Kraft tritt, dürfen Passagiere nach der Zollkontrolle ohne Beschräkung an Land gebracht werden.

“Wir haben Empfehlungen an alle Beteiligten in der Tourismusbranche geschickt, unter anderem auch an die Betreiber von Kreuzfahrtschiffen, wo wir darum bitten, die Besucherzahl einzuschränken.” sagt Kristín. Vor allem nach Regenperioden sollten nicht mehr als 20 Personen auf einmal an Land gehen.

“Das Eindringen von 200 Personen in so ein sensibles Ökosystem hat unbestreitbar negative Auswirkungen. Und ich habe Sorge, dass solange wir keine Möglichkeit haben, das zu stoppen, einfach immer mehr Schiffe sich anreihen, die das gleiche vorhaben.” befürchtet Kristín.

Das Problem stelle sich nicht nur in Hornstrandir sondern in allen Naturschutzgebieten des Landes.

“Wir müssen Regeln für die Anlandung der Kreuzfahrtschiffe im ganzen Land setzen, sowohl in geschützten Gebieten wie in solchen die nicht unter Schutz stehen, und den Verkehr aus den Schiffen besser steuern,” fordert die Expertin der Umweltbehörde.

Generell sind Kreuzfahrtschiffe auch in Island in die Kritik geraten, weil sie durch den Abgasausstoss ihrer Dieselmotoren für eine beträchtliche Umweltverschmutzung sorgen. Bislang ist es in keinem Hafen der Insel möglich, solchen Schiffen Strom von Land aus zu liefern.

Skaftá stellt neuen Rekord auf – Gletscherlauf beendet

Beim Gletscherlauf der Skaftá ist die bislang grösste gemessene Wassermasse zu Tal gelaufen. Seit Beginn des Laufs am vergangenen Freitag strömten 500 Millionen Liter (500 Gigaliter) Wasser in Richtung Meer, berichtet mbl.is

Aus den beiden Kratern liefen 436 Gigaliter, dazu kamen 65 Gigaliter aus dem normalen Wasser des Flusses um diese Jahreszeit.

Beim letzten Gletscherlauf Im Jahr 2015 wurden 425 Gigaliter Gesamtmenge gemessen, damals liefen jedoch nur 365 Gigaliter aus dem Gletscher. Wie die Katastrophenschutzexpertin Hildur María Friðriksdóttir mbl.is gegenüber sagte, war man zu Beginn davon ausgegaangen, dass der diesjährige Gletscherlauf kleiner ausfallen würde, weil sich weniger Wasser im westlichen Krater befand.

In diesem Jahr haben sich jedoch zum ersten Mal beide Schmelzkrater gleichzeitig entleert, was zu den grossen Wassermassen geführt hat.

Die Ringstrasse an der Eldhraun hatte gesperrt werden müssen, weil sie vom Wasser überschwemmt wurde. Inzwischen ist sie wieder für alle Fahrzeugarten befahrbar.

Landwirte gehen davon aus, dass der Gletscherlauf das Leben von so einigen Schafen gefordert hat. Gísli Halldór Magnússon auf Ytri-Ásum sagt, entweder sind die Schafe ertrunken, oder im Schlamm verendet. Ihm sei es gelungen, einige seiner Schafe aus der Eldhraun zu retten.

Das Wasser hatte einen grossen Anteil an Schlamm mitgeführt, welcher sich in den Hügeln der Eldhraun ansammelt und verfestigt.

Auch am Múlakvísl am Mýrdalsjökull war vor zwei Tagen Wasser aus dem Gletscher zu Tal geströmt, dort hatte sich zeitweise ein starker Schwefelgeruch bemerkbar gemacht. Nach Angaben der Vulkanabteilung beim isländischen Wetterdienst haben die beiden Gletscherläufe nichts miteinander zu tun, es sei purer Zufall dass sie sich zeitgleich zutragen.