Aussergewöhnlicher Hubschraubereinsatz

Der Hubschrauber der isländischen Küstenwache ist gestern Abend zu einem eher aussergewöhnlichen Einsatz ausgerückt, als er einen Patienten von einem Kreuzfahrtschiff etwa 250 Kilometer nordöstlich von Melrakkaslétta abholte, berichtet RÚV.

Zum ersten Mal, so erklärte Guðmundur Rúnar Jónsson von der Küstenwache, sei der Hubschrauber mit spezieller Ausrüstung auf offener See aufgetankt worden.

Der Patient war noch in der Nacht ins Universitätskrankenhaus gebracht worden.

Die Entscheidung, ihn von Bord zu holen, war in Abstimmung mit den Behörden in Grönland und Norwegen gefällt worden, das Schiff war von Jan Mayen aus in Richtung Scoresbysund in Grönland unterwegs gewesen, es sollte jedoch auch in Island vor Anker gehen. Der Hubschrauber der Küstenwache flog gestern Abend um 18.41 Uhr los.

Da der Weg zum Schiff sehr lang war, folgte ihm der zweite Hubschrauber der Küstenwache nach Þórshöfn in Nordisland. Das Küstenwachschifff Týr fuhr dem Kreuzfahrtschiff entgegen, an Bord befand sich Flugbenzin, welches auf offener See mit einem Spezialschlauch in den Hubschrauber gepumpt wurde. Die Ausrüstung wurde hier erstmalig bei einem Einsatz benutzt.

Um 21.44 Uhr war der Einsatz am Kreuzfahrtschiff beendet, und der Patient befand sich an Bord des Hubschraubers. Auf dem Rückweg wurde der Hubschrauber erneut am Küstenwachschiff aufgetankt, bevor es dann nach Reykjavík ins Krankenhaus ging.

Wasserpegel an der Skaftá steigt, Fjallabak gesperrt

Der Wasserpegel an der Skaftá steigt stündlich und mit hohem Tempo an, auch die Konduktivität weist immer höhere Werte auf. Gestern hatte sich der östliche Krater des Skaftárjökull entleert. Da sich unter den Kratern ein Erdwärmegebiet befindet, passieren solche Vorgänge regelmässig. Zuletzt hatte sich einer der Krater im Jahr 2015 mit einem Gletscherlauf entleert.

Um 6 Uhr heute morgen rauschten 1251 Liter pro Sekunde am Sveinstindur vorbei, am Eldvatn bei Eystri-Ásum wurden 350 Liter pro Sekunde gemessen, die Wassertiefe beträgt 3,50m. Die Eishöhle unterhalb des Kraters ist bis zum Morgen um 56 Meter eingesunken, berichtet RÚV.

Verkehr und Zugang an der Skaftártunga und in die Fjallabak-Route ist gestern gesperrt worden. Die Polizei überwacht das Gelände, nachdem in Zusammenarbeit mit dem Zivilschutz die Ungewissheitsstufe über die Region verhängt worden war.

Zwischen 30 und 40 Mitglieder der regionalen Rettungsteams hatten das Gebiet geräumt. Die Rettungsleute, die derzeit in der Hochlandwacht Dienst tun, fuhren nach Langisjór und zu den Berghütten an Sveinstindur und Skælingar, um Wanderer von dort wegzuholen. Man wusste von zwei Wandergruppen, die sich in dem Gebiet aufhielten, ausserdem gibt es zahllose Wanderer, die alleine unterwegs sind. In einer Hütte fand man Ausrüstungsgegenstände, die dazugehörigen Wanderer mussten gesucht werden.

Landsbjörg liess wissen, dass sich niemand in Gefahr befindet.

Die Polizei weist Reisende an, das Gebiet nicht zu betreten und Sperrungen zu respektieren. An den anschwellenden Flüssen muss mit der Entwicklung von giftigen Gasen gerechnet werden, die zu Augen- und Schleimhautreizungen führen können.

Touristen, die im Hochland wandern wollen, sollten ihre geplante Wamderroute bei safetravel registrieren – in Fällen wie diesem wird es damit einfacher, von den freiwilligen Suchtrupps gefunden zu werden. Unter Alerts gibt es auf safetravel immer aktuelle Warnhinweise.