Offroadfahrer zur Kasse gebeten

Die französischen Touristen, die mit ihren beiden Geländefahrzeugen gestern in den Kerlingarfjöll abseits der Strasse gefahren sind, sind zu einer Geldstrafe von jeweils 200.000 ISK zur Kasse gebeten worden, berichtet RÚV.

Am Montagmorgen waren sie von der Polizei in Selfoss verhört worden, danach wurde ihnen der Bussgeldbescheid ausgehändigt.

Das Offroadfahren der Franzosen hatte Vegetation und Erdreich geschädigt. Die Touristen hatten um Hilfe gebeten, nachdem sich ihre Fahrzeuge im Schlamm ganz in der Nähe des Berges Loðmundur festgefahren hatten. Das Gelände ist gesperrt, da es dort nach dem Regen der vergangenen Wochen noch sehr nass und schlammig ist.

Nach Informationen der südisländischen Polizei sind die Polizisten ausgerückt, um sich die Umstände anzuschauen, die Fahrzeuge hatten am späten Sonntagabend befreit werden können.

Páll Gíslason, der Geschäftsführer des Unternehmens Fannborg ehf, welches das Besucherzentrum in den Kerlingarfjöll betreibt, sagte auf Anfrage von RÚV, dies sei eine ernste Angelegenheit. Obwohl das Gelände wetterbedingt noch nicht geöffnet gewesen war, hätten isländische Fahrer darauf gedrängt, mit Touristen in das Gebiet zu fahren.

Hier gibt es ein Foto der versunkenen Fahrzeuge.

Mutmasslich seltener Wal von Walfängerschiff erlegt

Am Samstagabend ist dem Walfangunternehmen Hvalur ehf. offenbar ein seltener Wal vor die Harpune geraten, wie Stundin berichtet. Experten halten es nach einem Foto der Walschutzorganisation Hard to Port für möglich, dass es sich um eine Kreuzung aus Finnwal und Blauwal handelt. Eine derartige Kreuzung kommt nur sehr selten in freier Natur vor.

Beide Walarten gehören zu den grössten Meeressäugern der Erde. Ausgeschlossen wird ebenfalls nicht, dass es sich bei dem erjagten Tier um einen Blauwal handelt. Blauwale sind in isländischen Gewässern seit dem Jahr 1960 gesetzlich geschützt.

Die Walschutzorganisation Hard to Port befindet sich derzeit in Island, um eine Dokumentation über den isländischen Walfang zu drehen. Bei den Dreharbeiten stiessen sie am Wochenende auf diesen Vorfall. Meeresforschungsinstitut und das Amt für Fischerei untersuchen den Fall derzeit.

Hvalur ehf hatte im Frühjahr beschlossen, nach zweijähriger Pause seine beiden Walfangschiffe Hvalur 8 und Hvalur 9 wieder auf See zu schicken.

“Dem Aussehen nach zu urteilen, Bildern die ich gesehen habe und nach dem, was unser Angestellter dort gesehen hat, finde ich es wahrscheinlich, dass es sich um eine Kreuzung aus Finnwal und Blauwal handelt. Wir haben fünf oder sechs solcher Wale bislang gefunden, was an sich biologisch gesehen schon bemerkenswert ist,” erklärte Gísli Arnór Víkingsson, ein Meeresbiologe beim isländischen Meeresforschungsinstitut.

Gísli zufolge will man im Herbst eine DNA Probe aus dem Tier untersuchen. Vorher wird es nicht möglich sein, die Spezies des getöteten Tieres genauer zu benennen.

“An dem Tier befinden sich klare Merkmale, die für Finnwal und Blauwal sprechen, auch wenn die fünf oder sechs Kreuzungsexemplare die wir kennen, eher wie Blauwale aussehen als wie die anderen. Der Finnwal ist am Bauch schneeweiss, aber dieses Tier zum Beispiel ist eher grau am Bauch. Einige Merkmale des Tieres sind wie beim Finnwal, und im Ganzen betrachtet sieht das Tier so aus wie die Kreuzungen, die wir zuvor beobachtet haben,” erklärt der Meeresbiologe.

Die erste Kreuzung dieser Art war im Jahr 1986 entdeckt und erjagt worden, mit ihr erhielt man die Bestätigung, dass Grosswale verschiedener Arten sich untereinander paaren.

Ein weiterer Wal dieser Kreuzung wurde 1989 erlegt und sein Fleisch nach Japan verkauft. Island geriet durch diesen getöteten Wal ins Kreuzfeuer internationaler Kritik.

Die Walschutzorganisation Hard to Port, die den neusten erlegten Wal entdeckte und dokumentierte, verlangt, dass diese Jagd Konsequenzen haben muss.

“Wenn unser Rückschluss korrekt ist, dann werden wir versichern, dass dies ernsthafte Konsequenzen für Kristján Loftsson und sein Unternehmen haben wird,” heisst es in einer Erklärung der Organisation.

Der Blauwal ist im vergangenen Jahrhundert bis an die Grenze zur Ausrottung gejagt woren. Heute geht man davon aus, dass der Bestand aus 6500 bis 14.000 Exemplaren besteht, daher befindet sich die Spezies weiterhin in Gefahr, vernichtet zu werden.

Seit dem Jahr 1966 ist der Blauwal geschützt. Schätzungen nach halten sich etwa 1000 Blauwale in isländischen Gewässern auf.

Die Fangquote für Finnwale beträgt in diesem Jahr etwas mehr als 200 Tiere, davon wurden bereits 22 erjagt. Nach Angaben des Unternehmens soll das Fleisch der erjagten Tiere nach Japan exportiert werden.

Im kommenden Jahr läuft die seit dem Jahr 2014 bestehende behördliche Genehmigung zum Walfang in Island aus, Walfreunde schauen nun auf die Regierung und warten auf den nächsten Schritt. Premierministerin Katrín Jakonsdóttir sagte im Gespräch mit Stundin, sie hege Zweifel in Bezug auf den Walfang. Ihrer Ansicht nach “sollte jegliche Resourcennutzung nachhaltig sein, was Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft angeht.” Daher sei es ausgesprochen wichtig, vor einem neuerlichen Beschluss, ob Finnwale wieder gejagt werden dürfen, ein Gutachten zur Auswirkung auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft zu erstellen.

In der Koalition könnte es darüber jedoch zu einem Interessenskonflikt kommen, denn, wie Stundin in der vergangenen Woche aufdeckte, ist der Onkel von Finanzminister und Vorsitzendem der Unabhängigkeitspartei Bjarni Benediktsson auch Vorsitzender des Unternehmens Hvalur ehf. Ausserdem besitzt er durch sein in Luxembourg angesiedeltes Unternehmen einen Anteil an Hvalur ehf.

Islands Fischereiminister Kristján Þór Júlíusson hatte sich zuvor schon dagegen ausgesprochen, dass die isländischen Walfangziele auf den Prüfstand kommen.

Nói und Sina erfolgreich im A-Flokkur Finale

Die in Island lebende Sina Scholz hat mit Nói frá Saurbæ auf dem diesjährigen Landsmót im Finale des A-Flokkur den sechsten Platz belegt. Sie war die einzige Ausländerin in der prestigeträchtigen Edeldisziplin, und Nói der einzige Fünfgänger, der sowohl im A-Flokkur als auch im Tölt antrat.

Im Vorlauf gab es einen kleinen Fehler bei den Tempounterschieden, der Punkte kostete und die beiden auf Platz 21 verwies. Im A-Flokkur gelang es den beiden jedoch, mit 8,67 Punkten in die Zwischenrunde zu gelangen.

Hier zeigte Nói, was wirklich in ihm steckte und katapultierte sich und seine Reiterin mit 8,73 Punkten auf den siebten Platz und damit ins Finale. Dort gab es für den Tölt traumhafte 9,08 Punkte, und mit 8,84 die zweitbeste Note für die Form unter dem Reiter. Mit dem sechsten Platz konnten die beiden diese schwere Prüfung für sich erfolgreich beenden.

“Das Finale war ja schon der größte Sieg für uns auf dem Turnier, und deshalb hatten wir nichts zu verlieren, nur zu gewinnen,” sagt Sina, “und ich war einfach nur glücklich und stolz, mein tolles Pferd noch einmal präsentieren zu dürfen. Und vor allem, als es dann Noten über 9 im Tölt gab, da bin ich geplatzt vor Stolz auf Nói.”

In diesem link gibt es den Livestream vom Landsmót-Sonntag, das A-Flokkur findet man bei Stunde 5.28. Leider hat die isländische Kameraführung kaum Sequenzen von Sinas Aufgabenteilen aufgenommen, die Passprüfung ist jedoch vollständig zu sehen.

Der Link ist bis zum 6. Oktober online.

Zirkus Íslands öffnet seine Tore

Islands einziger Zirkus, Sirkus Íslands, hat sein Zelt in der Vatnsmýri ganz in der Nähe der Universität aufgeschlagen und wird am Freitag seine Premiere abhalten, berichtet mbl.is.

Zwei Shows wird es geben – eine Familienvorstellung, die tagsüber gezeigt wird, und eine Vorstellung für Erwachsene am Abend.

Auch wenn sich die Darbietungen unterscheiden, so sind die Artisten, Jongleure, Clowns und andere Künstler in beiden Shows zu sehen.

Vorstellungen gibt es in diesem Jahr nur an den Wochenenden vom 13. bis 15. Juli, sowie 20. bis 22. Juli in Reykjavík, danach reist der Zirkus zum Kaufmannswochenende (Verslumannahelgi) nach Akureyri.

Das Zirkuszelt war im Jahr 2013 mit Hilfe eines Crowdfundings erworben worden.

Gesichteter Eisbär nicht gefunden

Am Montag ist im Melrakkaslétta in Nordostisland angeblich ein Eisbär gesichtet worden, schreibt RÚV. Die Polizei in der Region veröffentlichte am Montagabend eine entsprechende Mitteilung auf ihrer Facebookseite.

Eine zweite Quelle konnte die Sichtung der drei ausländischen Angler jedoch nicht bestätigen. Die Polizei untersuchte den angeblichen Fund weiter, ein Hubschrauber der Küstenwache überflog das Gebiet noch am Abend und die ganze Nacht hindurch.

Gestern Abend wurde die intensive Suche nach dem Raubtier dann abgebrochen, berichtet RÚV.

Wer des Eisbären ansichtig wird, sollte unverzüglich die 112 anrufen, und sich natürlich von dem Tier fernhalten.

Im Jahr 2008 verirrten sich zwei Eisbären unabhängig voneinander in die Nähe des Hofes Hraun auf der Halbinsel Skagi. Der erste Bär wurde getötet, als der zweite auftauchte, bot ein Unternehmen an, die Kosten für eine Betäubung und Rückführung des Tieres zu tragen, doch der Versuch, den Bären zu betäuben, misslang, und er musste getötet werden, berichtet Vísir.

Im Jahr 2010 war ein Eisbär im nordisländischen Þistillfjörður an Land gegangen und geschossen worden. Er war mit dem Meereseis von Nordostgrönland nach Island geraten. Eine Obduktion des Tieres hatte ergeben, dass es gut genährt und bei guter Gesundheit gewesen war. In der Folge gründete die damalige Umweltministerin eine Arbeitsgruppe zum Thema Eisbärenlandnahme. Die Gruppe kam zu dem Ergebnis, dass Eisbären in Island generell niemals überleben könnten, weil es an Eis und Nahrungsangebot fehle. Alle Bären waren aus der nordostgrönländischen Region hergekommen, wo der Eisbärenbestand stabil ist und wo es eine Abschussquote für die Tiere gibt. Die Population vertrage daher den Abschuss von Exemplaren, die sich nach Island verirren.

Im Jahr 2011 war ein Eisbär in den Westfjorden an Land gegangen, auch er wurde erschossen. Der letzte Eisbär war im Jahr 2016 in der Nähe von Hvalnes im Skagafjörður an Land gegangen, es handelte sich um eine junge Bärin, die erschossen wurde.

Eisbären sind bekannt als gute Schwimmer und können auch lange Strecken im Wasser zurücklegen.

Beliebte Badeschlucht gesperrt

Landbesitzer am Mývatnssveit haben die Kvennagjá, einen beliebten Touristenort an der Grjótagjá, wegen schlechtem Umgangs gesperrt. Ólöf Hallgrímsdóttir bezeichnete die Sperrung als Notfallmassnahme, berichtet RÚV.

“Die Leute haben die Kluft als Toilette benutzt, dort gebadet und Whiskeyflaschen aus Glas und Bierflaschen mitgenommen, was natürlich hoschgefährlich ist. Die haben dort gekocht und ihre Kleider gewaschen, und ihre Zähne geputzt, und ihre Schuhe gereinigt, wenn sie aus dem Matsch kamen, sodass man eigentlich sagen kann, dass alles möglich ist,” beklagte die Landbesitzerin.

Kvennagjá und Karlagjá gehören beide zur Schlucht Grjótagjá. Die Kvennagjá (Frauenkluft) war in den vergangenen Jahren als Badeort beliebt geworden, nachdem sich das Wasser dort durch die Kraflafeuer erwärmt hatte.

Nun versperrt ein Gitter den bei Touristen beliebten Badeort.

“Man kann weiterhin dort hin gehen und den Ort anschauen. Wir haben nie etwas dagegen gehabt, dass die Leute kommen und sich den Ort angucken und Fotos machen, aber das Baden war nicht gestattet, und wir hatten Verbotsschilder in vier Sprachen aufgesetzt, aber leider respektieren die Leute das in manchen Fällen nicht. Das darf man natürlich nicht verallgemeinern und die meisten halten sich an die Regeln, und es sind immer die, die sich nicht daran halten, die alles für die anderen verderben. Wir haben keine andere Möglichkeit gesehen, so zu handeln, weil der Umgang dort so gewesen ist.” erklärte Ólöf.

Sie hofft, dass der neue Flächennutzungsplan den Bau von Toilettenanlagen mit Service vorsieht. Sie wünscht sich dass die Region schön und besuchenswert bleibt, doch dazu brauche es eine Infrastruktur, in der man Gäste empfangen und betreuen kann.

“Unser Traum für die Zukunft ist es, dass dies wieder ein Badeort werden kann.”

Kona fer í stríð. Eine Frau zieht in den Krieg (Filmkritik)

Mit Kona fer í stríð (Eine Frau zieht in den Krieg) ist ein weiteres Meisterwerk von Regisseur Benedikt Erlingsson in Islands Kinos gekommen, nachdem es auf ausländischen Filmfestspielen bereits Preise eingeheimst hatte. Dieser isländische Spielfilm ist besonders, denn er trifft den Nagel auf den Kopf in einer Zeit, wo Islands Hochland vom Ausverkauf an ausländische Konzerne bedroht wird.

Chorleiterin Halla übt nicht nur harmlose Frühlingsweisen und T’ai Chi, ganz nebenher engagiert sie sich auch, sozusagen handgreiflich, für einen anderen Zweck und ist damit Spiegelbild vieler Isländer, die alles mögliche nebenher noch treiben oder arbeiten. Nur dass Hallas “Nebenjob” aus Industriesabotage besteht.

Wir erleben hier eine Art Hausfrauenterrorismus, den der gute alte “Q” mitbetreut haben könnte, der jedoch auch wie ein Konfirmationsfest bis in die letzte Einzelheit weiblich durchdacht ist. Dabei zeigt Halla einen konsequenten Mut, wie man ihn nur von Müttern der Sagenwelt kennt.

Als die öffentliche Reaktion auf ihren neuerlichen Sabotageakt empört ins Nationalistische abzudriften droht, wirft sie Flugblätter mit einem anonymen Geständnis vom Dach des Ministeriums. Unterzeichnerin: Fjallkonan, die Bergfrau, Sinnbild und “Mutter” Islands.

Ihr Kumpel und Informant aus der Politik zieht den Schwanz ein, ihren letzten Sabotageakt gegen die Stromriesen will er nicht mehr mittragen: das Fällen eines Hochspannungsmastes im Hochland.

Hallas grotesker Versuch, die Welt zu retten, gerät jedoch ernsthaft ins Stocken, als sie erfährt, dass ihr in Vergessenheit geratener Antrag auf Adoption eines Waisenkindes genehmigt wurde und sie in die Ukraine reisen soll, um die kleine Kriegswaise abzuholen. Überraschend kühl entscheidet sie, ihren Weg zuende zu gehen, bevor sie eine neue Tür im Leben öffnet.

In der Einsamkeit des Hochlandes strebt die Geschichte ihrem fulminanten Höhepunkt zu, als etwa die Amazone hinter einer Gesichtsmaske mit dem Konterfei von Freiheitskämpfer Nelson Mandela eine Polizeidrone vom Himmel holt. Wie schon in Hross í oss fungiert auch diesmal der Kadaver eines isländischen Tieres als Lebensretter auf der Flucht und unterstreicht die tiefe Verbundenheit der Reykjavíkerin Halla mit ihrem Land.

Auf meisterhafte Weise verwebt Erlingsson die beiden Weltrettungsgeschichten miteinander, verdichtet sie und gestaltet die Figur dieser unabhängigen und mental wie körperlich starken Fjallkona.

Pulsschlag der Geschichte ist die Musik, die wie ein atmosphärischer Erzähler jede Szene live begleitet und vernetzt. Das isländische Trio aus Schlagzeug, Tuba, Klavier oder Akkordeon gibt mal schwungvoll, mal nachdenklich den Takt zu einer sich verselbstständigenden Sabotagestory, drei ukrainische Folkloresängerinnen liefern den Klagegesang zum zweiten “Sorgenkind” der Fjallkona, welches Halla mit der gleichen bissigen Konsequenz verteidigt wie ihr erstes.

Benedikt Erlingsson spart nicht mit Seitenhieben auf den isländischen Überwachungsstaat, welcher mit Kameras in Wohngebieten, Polizeischnüffelei und Dronenfahndung für Einschüchterung sorgt. Ein alter Bekannter aus Erlingssons Film Hross í oss gerät dabei ins Visier der Fahnder: der Kolumbianer Juan Camillo Roman Estrada, wieder einmal grossartig fluchend auf dem Fahrrad und immer am falschen Ort unterwegs, weswegen er ob seines ausländischen Aussehens gleich dreimal verhaftet wird. Der Ausländer dient hier als Sündenbock und Retter zugleich, denn durch seine Festnahmen gelingt es Halla zu entkommen.

Konan fer í stríð ist eine atemberaubende Sinfonie aus alten isländischen Tugenden wie ziviler Ungehorsam, Dickköpfigkeit und Konsequenz bis zum Äussersten, ein Film gespickt mit unglaublich starken Bildern und Allegorien, verpackt in ein moosgrünes Webstück aus Liebe zu diesem kargen Land im Nordatlantik. Halldóra Geirharðsdóttir brilliert als epische, unbeugsame Sagaheldin in einem Film, der Härte wie Weichheit der Insel zum Greifen nahe zeigt.

Kona fer í stríð (Trailer)

Regie: Benedikt Erlingsson

Hauptrollen: Halldóra Geirharðsdóttir, Jóhann Sigurðarsson, Juan Camillo Roman Estrada, Jörundur Ragnarsson, Saga Garðarsdóttir

Drehbuch: Benedikt Erlingsson, Ólafur Egilson

Archäologen finden Mönchskamm in Þingeyri

Bei den Ausgrabungen am alten Kloster von Þingeyri ist ein Bronzekamm gefunden worden, berichtet RÚV. Die Archäologen gehen nach dem Fund davon aus, dass sie den Überresten des Klosters nahegekommen sind.

Die Ausgrabungen hatten Anfang Juni begonnen und sollen über einen Monat laufen, viel Zeit ist also nicht mehr, nach den sterblichen Überresten des Abtes und seiner Mönche zu suchen.

Mehr als vierhundert Jahre hatte in Þingeyri ein Kloster gestanden, die Pest hatte im 15. Jahrhundert allen Bewohnern bis auf einen Mönch den Garaus gemacht. Mit einer neuen DNA-Diagnostikmethode hofft man nun, der Pest in Island auf die Spur zu kommen. Doch dazu müssen Knochen gefunden werden.

Die Leiterin der Ausgrabung, Archäologin Steinunn Kristjánsdóttir, ist mit den bisherigen Ergebnissen zufrieden.

“Das ist nun die letzte Woche, die wir hier sind, die letzte von vier. Und wir sind nun endlich an die Erdschicht der Klosterzeit angelangt. Dort waren Gebäudeüberreste über den Kloster, mit denen wir nicht gerechnet hatten. Aber nun sind wir endlich an der älteren Schicht angekommen.”´

Am Donnerstag wurde der Kamm gefunden. Es handelt sich um einen Gegenstand aus dem katholischen Mittelalter. Nur drei weitere solcher Kämme sind in Island gefunden worden. Sie kamen bei der Schur einer Mönchstonsur zum Einsatz.

“Dieser Kamm ist in Bronze eingelegt,” erklärt Steinunn. “Und er ist mit Tierköpfen verziert, ein sehr schweres Teil, schön und auch bemerkenswert. Das ist der vierte Kirchenkamm, den wir in Island bewahren konnten, wie gesagt, aus Bronze, und nur ein weiterer ist bei Ausgrabungen gefunden worden. Nach Verfügung des Papstes hatten alle Priester und Mönche sich auf diese Weise eine Tonsur zu scheren. Das war ein grosser Akt und diese Kämme wurden bei einer solchen Schur benutzt.”

Auch wenn nur noch eine Woche Zeit ist, bevor die Ausgrabung zuende geht, hofft Steinunn darauf, dass man noch Menschenknochen findet, die man untersuchen kann.

“Ich glaube, wir schaffen das, ja. Wirliegen gut in der Zeit und haben es in jeder Woche geschafft, viel freizulegen. Und ich rechne damit, dass wir Gräber öffnen können. Wenn wir es schaffen, Gebeine aus der Klosterzeit zu finden, werden wir in Reykjavík Proben daraus entnehmen. Das muss in sterilem Umfeld getan werden, und wir wollen das dort tun. Hier sammeln wir nur Daten.”

Steinunn Kristjánsdóttir ist auch Autorin des Buches Leitin að Klaustrunum ((Die Suche nach den Klöstern), einem Werk über die katholischen Klöster in Island, die fast alle verschwunden sind.

Stärkstes Beben seit Ende des Vulkanausbruchs

Kurz nach 15 Uhr hat sich heute ein Beben der Stärke 4,9 im Nordwestteil des Vulkans Bárðarbunga ereignet, berichtet RÚV. Dem Beben folgten mehrere Nachbeben.

Das Beben ist das stärkste seit Ende des Vulkanausbruchs im Februar 2015. Am 30. Januar hatte sich bereits ein Beben der gleichen Stärke ereignet.

Nach Angaben der Vulkanabteilung beim isländischen Wetterdienst gibt es keine Anzeichen auf vulkanische Aktivität in der Region, sie wird weiterhin engmaschig überwacht.

Um 13.14 hatte ein Beben der Stärke 4,1 den Vulkan erschüttert, auch hier folgten einige Nachbeben, zum Teil lagen sie über der Stärke 3.

Die Erdbebenaufzeichnungen für die Region finden Sie hier.

Die alte Dame im Torfhaus

Wer den Borgarfjörður eystri in Ostisland besucht, steuert möglicherweise auch ein kleines grasbewachsenes Haus am Fjordufer an, und bringt er den Mut auf, durchs Fenster zu lugen, wird er überrascht feststellen, dass das alte Torfhaus bewohnt ist, denn in der Stube steht Hausbesitzerin Elísabet Sveinsdóttir, die dort ihren Sommer verbringt.

RÚV hat Elísabet besucht, als sie vor kurzem in ihrem Sommerdomizil ankam. “Es ist so gut, hier zu sein. Man wartet den ganzen Winter darauf, zurückzukehren,” sagt Elísabet, als sie aus dem Auto steigt. “Hoffentlich kann ich hier den ganzen Sommer bleiben.”

“Das ist nur ein altes Haus. Es gab einmal viele solcher Häuser hier am Meer. Das waren Häuser, die um die Jahrhundertwende gebaut wurden, dieses hier stammt aus dem Jahr 1899.”

Die fast 90-jährige Elísabet erwarb das Haus im Jahr 1979 zusammen mit ihrem Ehemann. Sie ist im Borgarfjörður eystri geboren und aufgewachsen, später jedoch fortgezogen. Das Haus kaufte sie als Sommerhaus. “Mein Cousin sagte “Kaufst du wirklich diesen Erdhaufen?” als ich den Kauf abschloss.” erzählt sie. “Er hat mich bedauert.”

Man musste natürlich einiges an Renovierungsarbeiten hineinstecken, aber das Haus ist trocken und gut belüftet, und macht nicht mehr Probleme als ein normales Holzhaus.

Es gibt Strom und fliessendes Wasser in Lindarbakki, wie das Haus genannt wird. Elísabet heizt das Wasser mit einem Durchlauferhitzer, wenn sie es braucht. Das Gras, welches Lindarbakki bedeckt, muss gepflegt werden. “Einmal im Jahr wird es gemäht, und dann am Küchenfenster geschnitten, damit es nicht in die Fenster hineinwächst.”

Touristen, die das abgeschiedene Dorf besuchen, halten das Haus gerne für ein Museum und viele kommen näher, um einen Blick durch die Fenster zu werfen. “Die klopfen dann und gucken manchmal dumm, wenn ich sage, dass das ein Sommerhäuschen ist,” sagt Elísabet. Sie ist es gewöhnt, Gäste zu haben und legt ihnen gerne ihr Gästebuch vor.

“Ich bin nur hier um Spass zu haben,” sagt sie. “Mit anderen Leuten reden und einfach leben. Du musst alles geniessen was du kriegen kannst.”

Im Nachrichtenlink gibt es ein Filmchen zum Torfhaus und seiner Bewohnerin.