Glatteis und Fahranfänger gefährden den Verkehr im Südland immer mehr

Ich glaube, der Zustand war noch nie so schlimm wie in diesem Winter,” sagt Kristján Logason, Busfahrer und Reiseleiter, und meint damit die Bedingungen auf dem Ringstrassenabschnitt zwischen Vík í Mýrdal und Höfn im Hornafjörður. Er bezeichnet sie mbl.is gegenüber als manchmal lebensgefährlich.

Er fährt dort nun das dritte Jahr mit Touristen auf Sightseeingfahrten und berichtet von Kollegen, die über Kündigung nachdenken. “Die wollen ihr Leben nicht riskieren. Ich bin auch nicht bereit, ständig das Leben anderer zu riskieren. Ich bin mir nicht sicher, ob diese Touristen sich ein Ticket zur Sightseeingfahrt durch das Tal des Todes kaufen wollten.”

Seit Ende Januar sei dieser Ringstrassenabschnitt furchtbar, ein Bus nach dem anderen sei von der Fahrbahn abgekommen. Wenn man ab Kirkjubæjarklaustur auf der Gegenfahrbahn fahren müsse, um Fahrbahnreserve zu haben, falls man seitwärts rutscht, dann sei es wirklich schlimm geworden.

Nicht nur das Eis macht die Fahrt zum Russischen Roulette. Kommt unterhalb der grossen Gletscher nämlich Wind auf, gerne mal bis zu 30 m/s und mehr, drückt dieser das Fahrzeug vorwärts, ob man will oder nicht. Kristjáns Kleinbus hat neue Nagelreifen und sollte 10-15 m/s widerstehen. “Ich verliere trotzdem die Kontrolle über den Bus.” Seiner Ansicht nach wird zu wenig gegen das Glatteis getan.

Der Strassenabschnitt ist in der Winterdienstkategorie 2-3 beim isländischen Strassenamt. Das bedeutet, dass manche Teilabschnitte wie Berge, Kurven und Brückenabschnitte bei Glätte bearbeitet werden, andere hingegen nur bei extremer Glätte. Kristján fragt sich, warum dieser Unterschied gemacht werde und wer bei einem Todesfall wohl zahle.

In den vergangenen Tagen habe er zahllose Autos im Graben liegen gesehen. Meist seien es Mietwagen, die dort landen, gelenkt von unerfahrenen Autofahrern, ausländischen Touristen, die nie oder selten bei solchen Bedingungen fahren.

Busfahrer Magnus Kristjánsson pflichtet seinem Kollegen bei. Für ihn ist der Wind der grösste Feind beim Glatteis. Seiner Erfahrung nach fahren Touristen auch oft entweder zu langsam oder viel zu schnell. Zudem hielten sie einfach an, wenn sie ein Pferd oder ein Rentier sähen. “Das schafft grosse Gefahr.” mahnt er und fordert mehr Haltebuchten für die ausländischen Besucher, sowie einen flexibleren Winterdienst.

Die beiden Strassenamtsleiter in Vík und Höfn kennen die Klagen. Die Mannschaften von Ágúst Bjartmarsson und Reynir Gunnarsson kümmern sich um den langen Ringstrassenabschnitt vom Eyjafjallajökull bis in den Berufjörður und täten alles was in ihrer Kraft stünde, doch fehle es an Personal und Fahrzeugen. Eins der Räumdienstfahrzeuge sei im vergangenen Monat 8000 Kilometer auf dem 70 km langen Strassenabschnitt unterwegs gewesen. Im Abschnitt Vík gibt es drei Räumfahrzeuge, im Abschnitt Höfn sind vier im Einsatz.

Die Wetterlage der vergangenen Woche habe dem Räumdienst nicht gerade geholfen. Ständiger Wind oder Sturm sorge für Schneeverwehungen auf den Strassen, da sei es fast zwecklos, Salz und Sand zu streuen.

Ágúst kritisiert, dass es zudem keine Möglichkeit gebe, Salz und Sand sachgerecht zu lagern. Seit Jahren kämpften Reynir und er für eine Salzscheune, um im Bedarfsfall reines Salz streuen zu können. So lagert das Salz unter freiem Himmel, Niederschlag und Wetter ausgesetzt.

Die grösste Sorge bereitet ihnen jedoch der stetig anwachsende Verkehr in der gefährlichen Region, immer mehr unerfahrene Mietwagenfahrer, vor denen selbst die Räumdienstfahrer inzwischen Angst hätten. Manche seien bei Wind und Glatteis sogar mit dem Wohnmobil unterwegs. “Kaum zu verantworten, so ein Fahrzeug im Winter zu vermieten.” findet Reynir.

Auch die Busfahrten zur Gletscherlagune bereiten den beiden Sorge. Das Tagesprogramm sei Sommers wie Winters das gleiche, im Winter stünden die Fahrer durch die Fahrbedingungen jedoch unter enormem Zeitdruck, was zusätzliche Gefahren schaffe.

Die Räumdienstkategorien in Island erläutert Strassenamtsbereichsleiter Einar Pálsson. Kategorie 1 gilt für Strassenabschnitte, auf denen täglich 3000 und mehr Fahrzeuge auf Langstrecke und 2000 Fahrzeuge auf Kurzstrecke unterwegs sind, also beispielsweise der Abschnitt zwischen Reykjavík und Selfoss. Von Selfoss aus nach Osten ist die Ringstrasse in der Kategorie 2, das bedeutet, dass gefährliche Streckenabschnitte regelmässig gestreut werden, alle anderen Abschnitte jedoch nur bei extremer Glätte. “Das Salz wirkt nur gut, wenn das Verkehrsaufkommen hoch genug ist, um das Salz in das Eis zu reiben,” erklärt Einar.

Die Strecke zwischen Selfoss und Hella habe bald die Eignung für Kategorie 1 erreicht. Würde man jedoch den Winterdienst auf dem langen Stück westlich und östlich der Lagune mit Dienst, Fahrzeugen und Salzbergen aufstocken, müssen man das in anderen Regionen Islands auch tun – gleiche Regeln für alle. Es sei jedoch nur schwer vorauszusehen, wie man denn das Winterdienstsystem verändern solle, angesichts der Zahl von unerfahrenen Mietwagenfahrern, die täglich in Richtung Osten unterwegs sind. Die Ausländer machten sich oft nicht klar, in was für Bedingungen sie auf isländischen Strassen unterwegs seien. Das könne man aufs ganze Land übertragen.

Die Veränderungen, die der gestiegene Tourismus für die isländische Volksgemeinschaft mitgebracht habe, müssten offen diskutiert werden. Dazu gehörten auch der Wohnraummangel in der Hauptstadt, der Menschen dazu zwinge, in die Nachbargemeinden abzuwandern.

Da sind dann noch mehr unerfahrene Autofahrer unterwegs, die längere Strecken als zuvor fahren.” erklärt Einar. “In nur wenigen Jahren haben sich zeitgleich zum Aufkommen des Tourismus unglaublich grosse Veränderungen in der Gesellschaft ergeben. Wir sehen das ganz klar. Die immer häufiger durchgeführten Strassensperrungen sind eine Folge davon. Die Strassen werden bei Wetterbedingungen gesperrt, mit denen erfahrene Autofahrer klarkommen würden, wenn das Verkehrsaufkommen geringer wäre.”

Die grosse Gefahr in Südisland bestehe darin, dass Strassen auf einzelnen Abschnitten gut befahrbar seien, sich der Zustand aber plötzlich ändere.

Für die Klagen der Reiseleiter habe er vollstes Verständnis. Sie seien in einem Zweig beschäftigt, der einen grossen Teil zum Bruttosozialprodukt beitrage. “Unser erstes Ziel ist es, für die Befahrbarkeit der Strassen zu sorgen. Aber das Südland ist schwierig, da gibt es oft schlechtes Wetter unter den Gletschern. Da ist es einfach ausgeschlossen, die Strassen befahrbar zu halten.” Bei manchen Bedingungen müsse man sperren. “Natürlich ist das immer die Frage, ob man es jedem Fahrer selbst überlassen sollte, das Risiko einzugehen. Eine Frage, die es wert ist, diskutiert zu werden.”

One Third of Requests to Scatter Ashes Come From Foreigners

Foreigners who don’t live in Iceland make up a third of those who request to have their ashes scattered in the country or in the ocean around it, RÚV reports. Applications for permission to scatter ashes in Iceland have more than doubled from 2013 – 2018.

There have been a total of 158 requests to scatter ashes in the last six years, 53 of which came from individuals with foreign citizenship who did not reside in Iceland while alive. Two applications were rejected in 2013, but no applications have been rejected since. Application numbers have increased fairly steadily, although not entirely consistently: there were 18 applications in 2013, but only 13 in 2015, then 36 in 2017, and 38 in 2018.

These statistics were published in Minister of Justice Sigríður Á. Andersen’s reply to an inquiry from Left-Green MP Andrés Ingi Jónsson about cremations and burials in Iceland. Cremation has become increasingly prevalent in Iceland. Over a quarter of Icelanders who died in 2013 and 2014 were cremated. According to Icelandic law, ashes may be scattered in the sea or over uninhabited land; ashes cannot be scattered in inhabited areas, areas that are likely to be developed for habitation, or lakes. Scattering sites must be well away from main roadways and only on private land if a special permit has been obtained. Ashes may be scattered on mountains, but not near popular hiking trails.

“Each application is evaluated individually and the [scattering area] is examined on a map, if need be,” explained Sigríður in her reply. “Applicants are even asked to provide data on the proposed scattering site and information is obtained from people who are familiar with the area.”