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Der Verbraucherpreisindex (VPI) liegt im Juli bei 361,7 Punkten, um 0,66 Prozent unter den Juni-Zahlen. Die jährliche Inflationsrate beträgt 4,8 Prozent und ist laut Statistischem Amt seit März 1986 zwischen zwei Monaten nicht mehr so schnell gesunken.  more
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Klicken Sie auf das Bild um eine Slideshow zum Vulkanausbruch auf Fimmvörduháls, zwischen den Gletschern Eyjafjallajökull und Mýrdalsjökull, in Süd-Island zu sehen. Fotos: Bjarni Brynjólfsson und Páll Stefánsson. Musik: Páll Kjartansson.  more

AUS DEM ALLTAG                                     
26/10/2009 | 11:00

Eine andere Art, Urlaub zu machen

Als ich Mitte der Neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts - und das ist gerade einmal vierzehn Jahre her - zum ersten Mal nach Island reiste, galt ein Urlaub dort noch als so etwas wie ein Geheimtipp für Abenteurer. Holperige Schotterpisten mit ungezählten, teils flachen, teils tückisch tiefen Schlaglöchern, schier endlose Weite, menschenleere Gegenden.

Wann waren Sie zum ersten Mal in Island? Vielleicht erinnern ja auch Sie sich noch daran, wie anders als heute es dort vor zehn, fünfzehn, zwanzig Jahren war.

Heute sind die meisten Strassen asphaltiert, zahllose Touristen reisen fast das gesamte Jahr über kreuz und quer durchs Land, zumindest aber einmal auf der Ringstrasse um die ganze Insel herum.

Wieder daheim trifft man nicht selten auf Menschen, die seufzend flüstern: „Ich muss unbedingt wieder hin“ oder „Ich bin erst gestern zurückgekommen, aber ich habe schon wieder Sehnsucht“ oder auch in zusammenfassender Diagnose: „Ich bin vom Island-Virus befallen.“

So also reden sie, die Touristen. Sie sind hingerissen von der überwältigenden Natur des Urlaubslandes. Allerdings gibt es auch Menschen, die nach Island reisen, um dort eine Arbeit aufzunehmen.

Die meisten nur für eine begrenzte Zeit. Jugendliche etwa, die sich auf Bauernhöfen um Schafe, Schweine, Kühe oder Pferde kümmern, andere, die während der Schul- oder Semesterferien in Hotels und Herbergen im Service mithelfen. Auch Stellen als Au-Pair sind begehrt. Doch was viele nicht ahnen: Auch Erwachsene, die mitten im (Berufs-) Leben stehen, zieht es zum Arbeiten nach Island.

Einer von ihnen ist Klaus Kreiter aus Adelshofen im Kraichgau. Im Sommer 2008 traf ich ihn in Galtalaekur am Fusse des Vulkans Hekla im Süden des Landes. Als ich beim Hof ankam, baute Klaus gerade eine Terrasse.

Bei meiner Ankunft auf Galtalaekur baut Klaus gerade eine Terrasse.

Die Scheune konnte er an diesem Tag nicht fertig streichen, denn der Sturm hatte ihm die Farbe einfach von der Rolle geweht. „Bei der Heuernte werde ich dann auch dabei sein“, erzählte Klaus voller Vorfreude.

Zu windig zum Streichen…

Klaus bereist Island schon seit vielen Jahren. Irgendwann kam er nach Galtalaekur und verliebte sich sogleich in das Fleckchen Erde. Und merkte schnell: „Hier gibt es immer etwas zu tun.“

Seit sechs Jahren verbringt der Justizvollzugs-Beamte nun schon einen Teil seines Jahresurlaubs in Galtalaekur. Hauptsächlich, um dort zu arbeiten. Wohnen kann er kostenlos bei seinen Arbeitgebern. Arbeitgeber, nur im schlichten Wortsinn der rechte Begriff, denn eine Bezahlung im herkömmlichen Sinne erhält Klaus nicht.

„Mein Aufenthalt hier ist ein wunderbarer Ausgleich zu meiner Arbeit in Deutschland“, weiss er aber. Und er sagt: „Der Familienkontakt, den ich beim Arbeiten genossen habe, war sehr interessant. Den möchte ich nicht missen. Hier lernt man die Isländer richtig kennen.“

Natürlich nimmt sich Klaus neben all seinen Aufgaben auch genügend Zeit, die Natur zu geniessen. So beschloss er vor ein paar Jahren, doch einmal die Hekla, die er vom Hof aus ständig vor Augen hat, zu besteigen. Es gelang ihm in rekordverdächtigen anderthalb Stunden.

Die Hekla hat Klaus auch schon erklommen.

Eines jedenfalls steht für Klaus fest: „Auch wenn es 2009 nicht geklappt hat: Ich komme auf jeden Fall wieder.“

Gabriele Schneider –
Hausbucht@web.de
www.Hausbucht.de





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